Nach einer Polizeirazzia in einer Bar in Douala sitzen sechs Männer weiter in Haft. Ihnen wird unter anderem Homosexualität vorgeworfen – in Kamerun weiterhin strafbar.
Bild: KI-generiert · Illustration
In Kamerun sitzen nach einer Polizeirazzia weiterhin sechs Männer in Haft. Ende August durchsuchten Beamte in den Douala-Stadtteilen Makepe und Bourramoussadi eine Bar, in der laut einem Polizeikommandanten homosexuelle Kontakte stattgefunden haben sollen. Bei dem Einsatz stellte die Polizei Kondome, Gleitmittel und Sexspielzeug sicher.
Mehr als 60 Menschen wurden zunächst festgenommen, weil sie als homosexuell galten oder dafür gehalten wurden. Die meisten kamen nach kurzer Zeit wieder frei. Neun Männer blieben in Gewahrsam und wurden Anfang September ins New Bell Central Prison gebracht. Ein Militärgericht setzte für eine vorläufige Freilassung eine Kaution von 200.000 CFA-Francs pro Person an, umgerechnet etwa 300 Euro.
Zwei 18-Jährige kamen frei, nachdem ihre Familien die Summe aufgebracht hatten. Ein 16-Jähriger wurde an ein Zivilgericht überwiesen. Sechs Männer im Alter zwischen 22 und 38 Jahren sitzen weiter fest. Ihnen werfen die Behörden neben Homosexualität auch den unerlaubten Besitz militärischer Ausrüstung, die Gefährdung Minderjähriger und das Fehlen eines Personalausweises vor.
Der beigeordnete Anwalt Arnaud Enkam Noubissi versucht, die Zuständigkeit des Militärgerichts anzufechten und eine Verlegung des Verfahrens vor ein ziviles Gericht zu erreichen – aus seiner Sicht der einzig zutreffende Gerichtsstand für die vorgeworfenen Taten.
Homosexuelle Handlungen stehen in Kamerun weiterhin unter Strafe; das Gesetz sieht Haftstrafen von bis zu fünf Jahren vor. Menschenrechtsorganisationen dokumentieren seit Jahren, dass Razzien wie diese vor allem dazu dienen, mutmaßlich queere Menschen einzuschüchtern und aus der Öffentlichkeit zu drängen, unabhängig davon, ob ihnen am Ende etwas nachgewiesen werden kann.
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