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Lula gewinnt Stichwahl in Brasilien – queere Community atmet auf

International

Luiz Inácio Lula da Silva bleibt Präsident Brasiliens: Mit 51,8 Prozent setzt er sich gegen Flávio Bolsonaro durch. Für queere Menschen im Land steht dabei viel auf dem Spiel.

Lula gewinnt Stichwahl in Brasilien – queere Community atmet auf

Bild: KI-generiert · Illustration

Brasiliens Oberstes Wahlgericht hat Amtsinhaber Luiz Inácio Lula da Silva zum Sieger der Stichwahl erklärt. Der 80-Jährige kam auf 51,8 Prozent, sein rechter Herausforderer Flávio Bolsonaro auf 48,2 Prozent. Im ersten Wahlgang hatte Lula noch hinter Bolsonaro gelegen, mit rund 45 zu rund 47 Prozent. Seit der Wiedereinführung direkter Präsidentschaftswahlen 1989 hat es noch niemand geschafft, einen solchen Rückstand in der Stichwahl zu drehen.

Bolsonaro, Sohn des früheren Präsidenten Jair Bolsonaro, erkennt das Ergebnis nicht an und kündigt juristische Schritte an. Er kritisiert, dass die Wahllokale kurzfristig zwei Stunden länger offen blieben. Richter Cristiano Zanin hatte die Wahlzeit landesweit bis 19 Uhr verlängert, nachdem Probleme mit dem öffentlichen Nahverkehr gemeldet worden waren. Bolsonaros Lager wollte mehr Zeit nur in einzelnen Bundesstaaten, die von Regen, Überschwemmungen und Stromausfällen betroffen waren.

Die queere Community im Land feierte den Ausgang. Lula versteht LGBTI-Rechte als Teil der Menschenrechte. Flávio Bolsonaro tritt zwar weniger aggressiv auf als sein Vater, der während seiner Amtszeit von 2019 bis 2023 mehrfach homophobe Aussagen machte. Er lehnt aber wie dieser Aufklärungs- und Antidiskriminierungskampagnen an Schulen ab und will trans Menschen Grundrechte entziehen.

Regieren wird Lula nicht leicht. Bei der Parlamentswahl drei Wochen zuvor hatte die Rechte deutlich gewonnen: Bolsonaros Liberale Partei stellt 121 der 513 Abgeordneten und 28 der 81 Senatoren. Lula braucht deshalb Mehrheiten über den sogenannten Centrão, ein Bündnis konservativer und zentristischer Parteien. Flávio Bolsonaro kündigte außerdem an, sich für eine Amnestie seines Vaters einzusetzen, der wegen eines versuchten Staatsstreichs zu 27 Jahren Haft verurteilt wurde und unter Hausarrest steht.

Lula wäre der erste brasilianische Präsident, der viermal demokratisch gewählt wurde. Bei Amtsantritt im Januar 2027 wäre er 81 Jahre alt. Die Meldung beruht auf einem dpa-Bericht, den queer.de veröffentlicht hat.

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