Vor dem Umzug am 31. Oktober in Taipeh stellt sich die Taiwan Pride hinter queere Menschen mit Behinderung, mit HIV und aus der Fetisch-Community. Anlass ist eine Polizeirazzia in einer schwulen Bar.
Bild: KI-generiert · Illustration
Die Taiwan Pride fordert vor ihrem Umzug am 31. Oktober in Taipeh Respekt für unterschiedliche sexuelle Lebensweisen. Das Organisationsteam stellt sich ausdrücklich hinter Menschen mit Behinderung, Menschen mit HIV, Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter sowie die Fetisch-Community. Das Motto lautet „Our Voices, Our Journey“, auf Deutsch „Unsere Stimmen, unser Weg“.
Die Veranstalter wenden sich dagegen, queere Menschen in gesellschaftlich akzeptierte „gute“ und unerwünschte „schlechte“ aufzuteilen. Die Öffnung der Ehe allein schütze nicht alle, argumentieren sie. Sie verlangen, dass sexuelle Selbstbestimmung und zugängliche Informationen zur sexuellen Gesundheit auch für Menschen mit Behinderung ernst genommen werden. Außerdem kritisieren sie, wenn Kondome bei Ermittlungen als belastendes Material gelten. Das erschwere Prävention und verstärke Stigmatisierung.
Der Aufruf nimmt Bezug auf die Durchsuchung der schwulen Fetisch-Bar Commander D am 3. Oktober. Die Polizei nahm 51 Menschen zur Befragung mit und nahm den Besitzer fest. Besonders empört hatten Äußerungen eines Beamten gegenüber einem schwulen Rollstuhlfahrer.
Nach Auswertung der Aufzeichnungen räumte die Polizei unangemessenes Verhalten ein, sechs Beamte wurden sanktioniert. Bürgermeister Chiang Wan-an entschuldigte sich bei den Betroffenen. Die Durchsuchung selbst verteidigt die Polizei weiterhin als rechtmäßig und verweist auf einen richterlichen Beschluss.
Den Organisatorinnen und Organisatoren geht die Kritik an einzelnen Beamten nicht weit genug. Sie fordern ein Ende der Ausgrenzung insgesamt. Ihr Appell schließt auch indigene Menschen und Arbeitsmigrantinnen und -migranten ein.
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