Eine Befragung von OutRight International unter 229 LGBTIQ-Organisationen in 94 Ländern zeigt: 90 Prozent haben seit Anfang 2025 Fördermittel verloren, vor allem durch US-Kürzungen bei USAID und PEPFAR. Betroffen sind Projekte von Uganda bis Ecuador.
Bild: KI-generiert · Illustration
Die internationale Menschenrechtsorganisation OutRight International hat 229 LGBTIQ-Organisationen in 94 Ländern befragt - mit einem eindeutigen Ergebnis: 90 Prozent der Gruppen haben seit Januar 2025 Fördermittel verloren. Bei 49 Prozent ist mehr als die Hälfte des Budgets weggebrochen, bei 75 Prozent mehr als ein Viertel.
Als Hauptursache nennt der Bericht Kürzungen der US-Regierung: Mehr als die Hälfte der befragten Organisationen führt ihre Verluste auf US-Geldgeber zurück, allen voran die Entwicklungsagentur USAID, das PEPFAR-Programm gegen HIV/Aids und das US-Außenministerium. Kein anderer Geldgeber komme da auch nur annähernd heran, heißt es in der Studie. Ausgangspunkt war der im Januar 2025 verhängte Einfrierungsstopp für US-Auslandshilfe unter der Regierung Trump-Vance, gefolgt von der Schließung von USAID im Juli 2025 und dem Ende des Global Equality Fund, der zuvor jährlich mehr als 100 Millionen Dollar verteilt hatte.
Die Folgen reichen bis in einzelne Projekte hinein: Die irakische Organisation IraQueer musste Sicherheitstrainings einstellen, eine intersex-geführte Gruppe in Westafrika verlor Büroräume und Personal. In Ecuador schloss im Februar 2026 ein Gemeindezentrum, das ein Jahrzehnt lang bestanden hatte. Eine Organisation für geflüchtete Menschen in Uganda strich ihre Nothilfe zur Umsiedlung.
Der Bericht warnt, dass sich die Lage über die US-Förderung hinaus verschärft: Auch Unternehmen und Stiftungen zögen sich zunehmend zurück. Was zunächst als vorübergehender Einschnitt galt, sei inzwischen eine strukturelle Krise, so die Autorinnen und Autoren.
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