Eine Befragung von Outright International unter 229 Organisationen in 94 Ländern zeigt: Fast alle haben seit 2025 Geld verloren, die Hälfte über die Hälfte ihres Budgets — Ursache sind vor allem gestrichene US-Mittel.
Bild: KI-generiert · Illustration
Eine neue Erhebung der internationalen Menschenrechtsorganisation Outright International zeigt das Ausmaß der weltweiten Finanzierungskrise für LGBTI-Gruppen: Von 229 befragten Organisationen aus 94 Ländern haben neun von zehn seit Januar 2025 Fördermittel verloren. Fast die Hälfte büßte mehr als die Hälfte ihres Gesamtbudgets ein, drei Viertel verloren mehr als ein Viertel ihrer Finanzierung.
Mehr als die Hälfte der Organisationen nennt eine Quelle mit Bezug zur US-Regierung als Ursache, etwa USAID, das HIV-Programm PEPFAR oder das US-Außenministerium. Kein anderer Geldgeber komme auch nur in die Nähe, heißt es im Bericht. Hintergrund ist der Stopp der US-Auslandshilfe durch die Trump-Vance-Regierung im Januar 2025 und die Abwicklung von USAID im Juli desselben Jahres.
Die Folgen reichen von Bürokratie bis zur Existenzbedrohung: In Irak musste die Organisation IraQueer Sicherheitstrainings einstellen, eine intersex-geführte Gruppe in Westafrika verlor ihre Büroräume, ein Gemeindezentrum in Ecuador schloss im Februar. Eine Organisation für geflüchtete queere Menschen in Uganda kann keine Nothilfe zur Umsiedlung mehr leisten, in der Ukraine fehlt Fachpersonal, und in Tonga wurde die HIV-Präventionsarbeit geschwächt.
Der Bericht beschreibt eine Entwicklung, die zunächst wie eine vorübergehende Kürzung wirkte: Was zunächst als vorübergehender Stopp galt, sei zu einer strukturellen Störung geworden. Für viele der betroffenen Gruppen bedeutet das nicht weniger Arbeit, sondern gar keine mehr.
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