Bild: KI-generiert (Higgsfield) · Illustration
In Ankara hat die türkische Polizei am 31. Juli 2026 eine Bar durchsucht, die als Treffpunkt der queeren Community bekannt ist. Sieben Menschen wurden festgenommen und einem Gericht vorgeführt.
Auslöser waren nach Angaben der Behörden Beschwerden über das Präsidialkommunikationszentrum CİMER, über das Bürgerinnen und Bürger direkt Eingaben an die Regierung richten können. Ermittler werteten daraufhin öffentlich zugängliche Quellen und soziale Medien aus, befragten Zeuginnen und Zeugen und rückten schließlich zur Razzia an. Als Begründung nannten die Behörden einen Verstoß gegen "Sitte und Moral": Die Bar habe "sexuell anzügliche Unterhaltung" angeboten und entsprechende Veranstaltungen ausgerichtet. Welche konkrete Rechtsgrundlage die Festnahmen trägt, blieb offen.
Der Fall reiht sich in eine Serie ähnlicher Vorfälle der vergangenen Wochen ein: Erst kurz zuvor musste einer der ältesten Gay-Clubs Istanbuls schließen, nachdem er Flyer für eine Kreuzfahrt verteilt hatte. Pride-Veranstaltungen und queere Demonstrationen sind in der Türkei seit Jahren verboten, die Regierung arbeitet nach Medienberichten zudem an einem umfassenden Gesetzespaket gegen LGBTIQ+-Personen und wirbt offiziell für "traditionelle Familienwerte".
Regierungsnahe Medien berichteten über die Razzia in Ankara mit offen abwertender Wortwahl gegenüber den Betroffenen – ein Muster, das Menschenrechtsorganisationen seit Jahren als Teil einer systematischen Stimmungsmache gegen queere Menschen in der Türkei kritisieren. Was den sieben Festgenommenen konkret vorgeworfen wird und ob es zu einer Anklage kommt, war zum Zeitpunkt der Berichterstattung noch nicht bekannt.
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