Bild: KI-generiert · Illustration
Sein erstes Mahnmal für queere Opfer hat Zürich eingeweiht. Initiiert von lokalen LGBTIQ+-Organisationen wie HAZ Queer Zürich, fand die Enthüllung auf dem Friedhof Sihlfeld am 24. August statt. Als erstes Denkmal dieser Art in der Schweiz gilt es.
Das Mahnmal erinnert an Menschen, die aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität Diskriminierung und Gewalt erfahren haben oder ihr zum Opfer fielen – lesbische, schwule, bisexuelle, trans, queere und intergeschlechtliche Personen gleichermaßen. Künstlerisch gestaltet wurde es von Judith Schröter und Regine Brandt: eine rund eineinhalb Meter hohe Sandsteinsäule mit fünf drehbaren Ringen, umgeben von bunten Sitzsteinen. Über hundert kleine Vertiefungen in der Säule wurden mit regenbogenfarbenem Mörtel gefüllt, sichtbares Zeichen einer Erinnerung, die sich baulich verändern lässt, statt starr zu bleiben.
Eine Woche lang halfen rund 20 Mitglieder der Community aktiv beim Aufbau mit. Finanziert wurde das Projekt über private Spenden, Stiftungsgelder und, erstmals bei einem solchen Vorhaben, auch kirchliche Institutionen: Die reformierte Kirchgemeinde Zürich und die katholische Fachstelle für Menschen mit HIV/AIDS des Kantons Zürich beteiligten sich an der Finanzierung.
Besonders in der Schweiz wiegt diese kirchliche Beteiligung, wo queere Communitys über Jahrzehnte oft ein angespanntes Verhältnis zu Kirchen hatten. Mit dem Mahnmal bekommt Zürich einen festen Ort des Gedenkens, an dem Verfolgung und Ausgrenzung queerer Menschen nicht länger nur in Archiven oder einzelnen Initiativen sichtbar sind, sondern dauerhaft im öffentlichen Stadtbild.
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