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Womontown: Wie lesbische Frauen sich in den Achtzigern ihr eigenes Viertel bauten

Womontown: Wie lesbische Frauen sich in den Achtzigern ihr eigenes Viertel bauten
In Kansas City gründete eine Gruppe lesbischer Frauen in den späten Achtzigern ein eigenes Wohnviertel – aus dem Wunsch heraus, frei und sicher zu leben. Die Geschichte von Womontown ist heute als Denkmal und Dokumentarfilm bewahrt.

In den späten 1980er-Jahren gründeten zwei Frauen in Kansas City, Missouri, ein Viertel, das es in dieser Form kaum noch einmal gegeben hat: Womontown, eine von lesbischen Frauen selbst aufgebaute Nachbarschaft über zwölf Häuserblocks, mit zeitweise mehr als 70 Bewohnerinnen.

Der Ausgangspunkt war einfach: Die Gründerinnen wollten durch ihre Straße gehen können, Hand in Hand, ohne Anfeindungen. Dazu kam ein praktisches Problem – Frauen bekamen damals schwerer Kredite und Hypotheken als Männer, gerade wenn sie allein oder als Paar auftraten. Also kauften sie günstige Häuser gemeinsam, sanierten sie in Eigenregie und erweiterten das Projekt später um ganze Mehrfamilienhäuser, in die weitere Frauen aus dem ganzen Land zogen.

Anders als viele Stadtentwicklungsprojekte jener Zeit setzte Womontown nicht auf Verdrängung: Die Nachbarschaft wurde als Modell dafür bekannt, ein Viertel aufzuwerten, ohne die bestehende Bevölkerung zu verdrängen.

Der intensive gemeinschaftliche Aufbau ließ sich auf Dauer nicht durchhalten – bis 1995 war das Projekt in seiner ursprünglichen Form am Ende. Vergessen ist es trotzdem nicht: 2024 erhielt Womontown eine historische Gedenktafel, 2022 erschien ein Dokumentarfilm über seine Geschichte.

Für viele der beteiligten Frauen war Womontown mehr als eine Wohnadresse. Es war der Beweis, dass sich Sicherheit und Selbstbestimmung auch dann organisieren lassen, wenn Institutionen dafür keinen Raum bieten – ein Stück lesbischer Stadtgeschichte, das lange kaum dokumentiert war.

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