Ein von Rapper Baran Kok initiiertes Benefizkonzert in der Berliner Columbiahalle hat einen Reinerlös von 91.497,81 Euro erzielt. Die Summe geht je zur Hälfte an die Schwulenberatung Berlin und ostdeutsche CSD-Vereine.
Bild: KI-generiert · Illustration
Ein Benefizkonzert als Reaktion auf den Anschlag beim Berliner CSD hat mehr als 91.000 Euro für queere Vereine eingebracht. Initiiert hatte die Veranstaltung in der Columbiahalle der Berliner Rapper Baran Kok, aufgetreten sind unter anderem Herbert Grönemeyer und weitere bekannte Musikerinnen und Musiker. Das Konzert fand im August 2026 statt, wie aus der jetzt veröffentlichten Abrechnung hervorgeht.
Insgesamt kamen über Ticketverkauf, Merchandise und direkte Spenden mehr als 142.000 Euro zusammen. Nach Abzug von Produktions- und Hallenkosten in Höhe von rund 51.000 Euro blieb ein Reinerlös von 91.497,81 Euro. Die Summe wird zu gleichen Teilen aufgeteilt: Jeweils 45.748,90 Euro gehen an die Schwulenberatung Berlin und an Christopher-Street-Day-Vereine in Ostdeutschland. Kok begründete die Aufteilung damit, dass ihm neben der Rechtsberatung für queere Geflüchtete auch die Unterstützung queerer Kinder und Jugendlicher ohne eigenes Zuhause wichtig sei.
Die Schwulenberatung Berlin bietet unter anderem psychosoziale Beratung und Angebote für queere Geflüchtete sowie wohnungslose junge Menschen an. Ostdeutsche CSD-Vereine arbeiten dagegen oft mit deutlich kleineren Budgets als ihre Pendants in Berlin, Köln oder Hamburg, während die Sicherheitsauflagen nach dem Anschlag in Berlin auch dort gestiegen sind. Ein Konzert wie das von Kok ersetzt keine strukturelle Förderung, verschafft den Vereinen aber kurzfristig finanziellen Spielraum – ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, an dem viele von ihnen wegen gestiegener Sicherheitskosten unter Druck stehen.
Verwandte Artikel
Kampagne will homophoben Saloon in Idaho zur queeren Bar machen
In Eagle, Idaho, sammelt eine Initiative Geld, um einen für sein „Hetero Awesome Fest“ bekannten Saloon zu übernehmen und in eine LGBTIQ+-Bar mit Drag-Auftritten und Gemeinschaftsraum zu verwandeln.
Aids-Aktivist Michael Jähme gestorben
Der Aktivist Michael Jähme ist im Alter von 67 Jahren nach einem Bergunfall gestorben. Seit seiner HIV-Diagnose 1990 setzte er sich jahrzehntelang für Menschen mit HIV und für die Aufarbeitung der Verfolgung nach Paragraf 175 ein.
Waltraud-Schiffels-Preis 2026 geht an Nadja Schallenberg und Saeleen Bouvar
Die Hannchen-Mehrzweck-Stiftung hat zum fünften Mal den Waltraud-Schiffels-Preis vergeben: Ehrenpreis für Trans-Pionierin Nadja Schallenberg, Förderpreis für die Musikerin und Künstlerin Saeleen Bouvar.