Ein Gericht in Laramie, Wyoming, prüft, ob das Selbstverteidigungsgesetz des Bundesstaats für Rihanna Kelver gilt. Sie hatte nach transfeindlichen Beleidigungen und einem Stoß zu Boden eine Waffe gezogen – ihr drohen bis zu 15 Jahre Haft.
Bild: KI-generiert · Illustration
In Laramie, Wyoming, verhandelt ein Gericht gerade eine Grundsatzfrage: Gilt das "Stand your ground"-Gesetz des Bundesstaats auch für eine trans Frau, die sich gegen einen Angreifer zur Wehr setzte? Rihanna Kelver saß am 13. September vergangenen Jahres vor der Bar Crowbar & Grille, als eine Gruppe um Scott Durham sie mit transfeindlichen Beleidigungen überzog. Sie folgte den Männern über die Straße, die Hand an ihrer Tasche mit der Waffe. Durham stieß sie zu Boden. Noch am Boden liegend zog Kelver eine halbautomatische Pistole vom Kaliber .380, spannte sie und richtete sie auf Durham, bevor die Gruppe weiterging.
Die Staatsanwaltschaft klagt Kelver wegen schwerer Körperverletzung, unerlaubten Waffenbesitzes mit Verletzungsabsicht und Behinderung eines Polizeibeamten an. Es drohen ihr bis zu 15 Jahre Haft und Geldstrafen von bis zu 11.000 Dollar. Ihr Anwalt Andrew Holcomb beantragte eine sogenannte John-Hearing – benannt nach einem Präzedenzfall von 2018 –, um klären zu lassen, ob Kelver bereits durch das Selbstverteidigungsrecht vor einer Anklage geschützt ist. "Als Frau Kelver die Beleidigungen hörte, die Drohungen hörte, dann zu Boden gestoßen wurde, kam ihre Angst nicht aus dem Nichts", sagte er vor Gericht.
Vor Gericht hörte Richterin Misha Westby vom Albany County District Court bereits die Argumente beider Seiten an und will in Kürze entscheiden, ob das Verfahren eingestellt wird oder vor eine Jury kommt. Laramie ist selbst historisch belastet: Hier wurde 1998 Matthew Shepard ermordet, ein Fall, der die USA erschütterte und zur Verabschiedung eines Bundesgesetzes gegen Hasskriminalität führte.
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