Nach seinem Turniersieg griff ihn ein georgischer Trainingspartner tätlich an: Der schwule Judoka Timo Cavelius erlitt einen doppelten Kieferbruch und verlor zwei Zähne. Er hat Strafanzeige gestellt, dem Angreifer droht eine lebenslange Sperre.
Bild: KI-generiert · Illustration
Der deutsche Judoka Timo Cavelius ist am 5. September nach einem Turniersieg in Leipzig von einem Trainingspartner angegriffen worden. Der 29-Jährige, der bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris als erster offen schwuler Judoka antrat und bereits mehrere Grand-Slam-Medaillen gewonnen hat, hatte bei einem Mannschaftskampf des JC Leipzig in der Gewichtsklasse bis 90 Kilogramm gegen den georgischen Judoka Akaki Japaridze gewonnen – mit Ippon, dem direkten K.-o. im Judo.
Nach der Wertung feierte Cavelius seinen Sieg mit einer Faustbewegung. Japaridze schlug ihm daraufhin ins Gesicht und schlug weiter auf ihn ein, als er bereits am Boden lag. Mitspieler griffen ein und beendeten den Angriff. „Ich wollte mit meinen Teamkolleginnen und -kollegen feiern, und dann fing alles an. Im ersten Moment stand ich völlig unter Schock", sagte Cavelius später.
Die Verletzungen waren schwer: ein doppelt gebrochener Kiefer, zwei ausgeschlagene Zähne. Ärzte des Universitätsklinikums Leipzig operierten Cavelius notfallmäßig und stabilisierten den Kiefer mit drei Metallplatten. Japaridze machte im Nachgang „beleidigendes Verhalten" von Cavelius, verbale Provokationen und Gesten, für seine Reaktion verantwortlich, räumte aber ein, für die Gewalt selbst einzustehen.
Cavelius hat Strafanzeige gestellt. Japaridze droht eine lebenslange Sperre, seinem Verein möglicherweise eine Geldstrafe. Sowohl der deutsche als auch der georgische Judoverband verurteilten den Angriff.
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