In der pakistanischen Stadt Peschawar ist eine trans Person erschossen worden, eine zweite wurde bei demselben Vorfall verletzt. Die Tat ereignete sich in der Nacht zum 17. Juli in der Nähe der Raja-Ground-Brücke in der Provinz Khyber Pakhtunkhwa.
Nach Angaben der Polizei war die getötete Person unter dem Namen Mishi bekannt. Die verletzte Person, Tara, überlebte den Angriff. Beide sollen von einer Bekannten Handy und Geld abgeholt haben, als der Streit eskalierte und ein bislang unbekannter Täter das Feuer eröffnete. Die Polizei brachte Mishis Leichnam zur Obduktion ins Krankenhaus und sicherte Spuren am Tatort; die Ermittlungen dauern an.
Arzoo Khan, Vorsitzende der trans Community in Khyber Pakhtunkhwa und Geschäftsführerin der Manzil Foundation, verurteilte die Tat scharf: Die andauernde gezielte Gewalt gegen trans Menschen sei inakzeptabel und erfordere sofortige strafrechtliche Konsequenzen. Sie forderte die pakistanische Regierung auf, Schutzmaßnahmen einzuführen und die weitverbreitete Straflosigkeit bei Gewalt gegen trans Personen zu beenden.
Pakistan nimmt in der rechtlichen Anerkennung von trans Personen eine widersprüchliche Stellung ein: Gleichgeschlechtliche Beziehungen sind weiterhin strafbar, gleichzeitig können trans Menschen seit 2010 ihr Geschlecht amtlich anerkennen lassen. Der Transgender Persons Act von 2018 erlaubt zudem eine Geschlechtsänderung im Ausweis ohne den Nachweis einer Operation und sollte eigentlich vor Diskriminierung schützen. Trotz dieser Gesetzeslage kommt es immer wieder zu tödlichen Angriffen auf trans Personen im Land, etwa in den Jahren 2020 und 2024.
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