Bild: KI-generiert (Higgsfield) · Illustration
2007 trat Julia Curlee in die CIA ein und wechselte 2013 offen als trans Frau weiter im Dienst – als erste Mitarbeiterin des Geheimdienstes, der das gelang. Sie arbeitete in Kriegsgebieten, reiste in 35 Länder und briefte mehrere Präsidenten sowie, während der ersten Amtszeit von Donald Trump, auch Vizepräsident Mike Pence.
Als Trump 2025 erneut ins Amt kam, war Curlee die ranghöchste Geheimdienstmitarbeiterin im Nationalen Sicherheitsrat des Weißen Hauses. Anfang des Jahres wurden rund 160 von anderen Behörden abgeordnete Mitarbeitende des Sicherheitsrats zum Verlassen ihrer Posten aufgefordert – Curlee blieb zunächst. Nach 69 Tagen erhielt sie an einem Samstag einen Anruf, der ihren Einsatz im Weißen Haus ohne Angabe von Gründen beendete; gleichzeitig baten Verantwortliche sie, montags weiterzuarbeiten, weil man ihre Arbeit noch brauche.
Kurz zuvor hatte die rechte Aktivistin Laura Loomer online über eine namenlose trans Person im Weißen Haus geschrieben, die sie als „Biden-Überbleibsel“ bezeichnete, und ihre Anhängerschaft aufgefordert, die Person zu identifizieren. Tage nach Curlees Abgang traf sich Trump mit Loomer; anschließend wurden mehrere weitere von Loomer benannte Mitarbeitende des Sicherheitsrats entlassen.
Zurück bei der CIA erlebte Curlee die Auflösung von LGBTQ-Mitarbeitendennetzwerken und das Entfernen von Pride-Flaggen. In einem Essay im Magazin The Atlantic schreibt sie, sie könne mittlerweile keiner queeren Person mehr guten Gewissens raten, sich beim Geheimdienst zu bewerben. Eine offizielle Stellungnahme des Weißen Hauses oder der CIA zu ihrem Fall liegt bislang nicht vor.
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