In Ottawa ist auf dem Parliament Hill ein nationales Mahnmal für queere Kanadier*innen eingeweiht worden. „Thunderhead“ erinnert an die Verfolgung während der „LGBT Purge“ von den 1950er- bis in die 1990er-Jahre.
Bild: KI-generiert · Illustration
Auf dem Parliament Hill in Ottawa ist am 21. August ein nationales Mahnmal für queere Kanadier*innen eingeweiht worden. Das Denkmal trägt den Namen „Thunderhead“ und erinnert an Menschen, die während der sogenannten „LGBT Purge“ staatlich sanktionierte Verfolgung erlitten.
Von den 1950er-Jahren bis in die Mitte der 1990er wurden in Kanada Tausende Angehörige der königlichen Reiterpolizei RCMP, des Militärs und des öffentlichen Dienstes wegen ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität überwacht, unter dem Vorwurf der „groben Unsittlichkeit“ verurteilt und aus dem Dienst entlassen. Der damalige Premierminister Justin Trudeau entschuldigte sich 2017 offiziell im Namen des Staates bei den Betroffenen; eine spätere Sammelklage endete mit einem Vergleich, aus dessen Mitteln auch der Bau des Mahnmals finanziert wurde.
An der Einweihungszeremonie nahmen unter anderem Trudeau, Generalgouverneurin Louise Arbour und die für Gleichstellung zuständige Ministerin Rechie Valdez teil. Der amtierende Premierminister Mark Carney erklärte, „Thunderhead“ sei eine Würdigung der Leben, Geschichten und Beiträge queerer Menschen in ganz Kanada und erinnere daran, welche Diskriminierung zu viele von ihnen erlitten hätten. Das Mahnmal solle die Widerstandskraft und die Erfolge jener würdigen, die für Gleichberechtigung gekämpft haben, und zugleich Besucher*innen zum Nachdenken über notwendige weitere Veränderungen anregen.
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