Der indische Gesetzentwurf „Foreign Contribution (Regulation) Amendment Bill 2026“ (FCRA) sorgt bei queeren Organisationen im Land für Alarm. Das Gesetz soll neu regeln, was mit ausländischen Fördermitteln geschieht, sobald eine Organisation ihre FCRA-Registrierung verliert, freiwillig abgibt oder diese ausläuft. Künftig soll eine neu geschaffene Behörde über Verwaltung und Verwendung solcher Vermögenswerte entscheiden.
Besonders drei Punkte bereiten queeren Gruppen Sorge, wie Souvik Saha, Gründer von People for Change und dem Jamshedpur Queer Circle, gegenüber Medien erklärte: Verliert eine Organisation ihre Registrierung, drohten Bankguthaben, Ausstattung und Räumlichkeiten faktisch über Nacht verloren zu gehen. Weil einheimische Unternehmen ihre Mittel aus Corporate-Social-Responsibility-Programmen selten in als „umstritten“ geltende Themenfelder wie Geschlechtsidentität lenken und auch indische Stiftungen entsprechende Arbeit kaum fördern, sind viele LGBTIQ+-Organisationen in Indien fast vollständig auf ausländische Gelder angewiesen. Zudem soll die Weiterleitung von Fördergeldern an nicht registrierte kleinere Gruppen künftig untersagt sein, was größere Organisationen daran hindert, lokale, unregistrierte Basisinitiativen zu unterstützen.
Der oppositionelle Kongresspolitiker K. C. Venugopal bezeichnete den Entwurf als „verfassungswidrig und volksfeindlich“ und warf der Regierung vor, gezielt Minderheiten ins Visier zu nehmen. Das Parlament überwies den Entwurf am 12. August 2026 an einen gemeinsamen Ausschuss aus 31 Abgeordneten; dessen Bericht wird zur Wintersitzung erwartet. Bis zu einer endgültigen Entscheidung bleibt unklar, wie viele der zahlreichen queeren Organisationen im Land betroffen sein werden.
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