Der niederländische Sender Avrotros hat angekündigt, auch beim Eurovision Song Contest 2027 in Burgas nicht anzutreten. Sendungsdirektor Taco Zimmerman begründete den Schritt damit, dass der Wettbewerb „zu einer Bühne der Spaltung geworden“ sei. Als öffentlich-rechtlicher Sender halte man an den eigenen Werten fest, so Zimmerman.
Avrotros verweist auf die anhaltende Beteiligung eines Landes an einem größeren militärischen Konflikt sowie auf das humanitäre Leid im Gazastreifen und Einschränkungen der Pressefreiheit, die für Spaltung innerhalb der internationalen Gemeinschaft sorgten. Zusätzlich kritisiert der Sender, dass die Europäische Rundfunkunion (EBU) trotz einer Regeländerung Mitte August – wonach Gastgeberländer bei Beteiligung an bewaffneten Konflikten ausgeschlossen werden – keine ausreichende Klarheit über die Bewertung der Teilnahmeberechtigung einzelner Länder geschaffen habe.
Es ist bereits der zweite Boykott in Folge: Schon beim ESC 2026 blieben die Niederlande gemeinsam mit Spanien, Irland, Island und Slowenien fern, wenngleich der Wettbewerb in den Niederlanden weiterhin über NPO/NOS ausgestrahlt wurde. Das Finale des ESC 2027 in Burgas ist für den 15. Mai angesetzt. Contest-Direktor Martin Green erklärte, die EBU stehe weiter mit dem niederländischen Dachverband NPO im Gespräch über die Möglichkeit, dass ein anderer Sender die Teilnahme übernimmt. Ob die Niederlande beim ESC 2027 in Bulgarien vertreten sein werden, ist damit weiterhin offen.
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