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Türkei verweigert Gay-Kreuzfahrtschiff die Einreise

Die türkische Regierung hat einem von der US-Agentur Atlantis Events gecharterten Kreuzfahrtschiff mit rund 1900 Passagieren das Anlegen in zwei Häfen untersagt – mit Verweis auf "moralische Werte".

Die Scarlet Lady, ein Kreuzfahrtschiff der Reederei Virgin Voyages, sollte im Rahmen einer zehntägigen Mittelmeerfahrt von Athen nach Venedig zwei türkische Häfen anlaufen. Daraus wird nichts: Die Provinzverwaltungen in Kuşadası und Istanbul untersagten dem Schiff das Anlegen. Begründung: Das Verhalten der Passagiere sei "nicht vereinbar mit der Struktur unserer Gesellschaft und unseren moralischen Werten".

An Bord befinden sich rund 1900 Menschen, gebucht über den auf queere Reisen spezialisierten US-Veranstalter Atlantis Events – etwa 1100 von ihnen aus den USA, weitere aus Großbritannien, Kanada und Australien. Atlantis Events organisiert solche Reisen seit 36 Jahren und gilt als einer der größten Anbieter für queeres Reisen weltweit. Firmenchef Rich Campbell nannte das Verbot "beispiellos" in der Geschichte des Unternehmens. Nie zuvor sei einer Reise explizit wegen der Identität der Passagiere und nicht aus Sicherheitsgründen die Landung verweigert worden.

Die Reederei reagierte kurzfristig: Statt der türkischen Stopps steuert das Schiff nun Kairo und Kreta an, die Abfahrt in Griechenland bleibt wie geplant. Für die Passagiere bedeutet das einen veränderten Reiseverlauf, an der Gesamtdauer der Fahrt ändert sich nichts.

Der Vorfall reiht sich ein in eine Serie von Repressionen gegen queere Communities unter Präsident Recep Tayyip Erdoğan. Zuletzt wurden CSD-Umzüge in mehreren türkischen Städten wiederholt verboten, und erst kürzlich entzogen die Behörden in Istanbul einem Veranstaltungsort die Lizenz, nachdem dort Werbematerial von Atlantis aufgetaucht war. Beobachter werten die Hafensperre als weiteren Schritt einer gezielten Ausgrenzungspolitik gegenüber queeren Reisenden im Land.

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