Ein US-Pastor wurde wegen Sexualdelikten an einer Minderjährigen zu 15 Jahren Haft verurteilt.
Ein Gericht in Ohio hat den Pastor Sials Shelton zu 15 Jahren Haft verurteilt. Grundlage des Urteils sind unrechtmäßige sexuelle Kontakte mit einer damals 14-Jährigen. Ursprünglich hatte sich Shelton wegen zwölf Anklagepunkten verantworten müssen, darunter Vergewaltigung und schwerer sexueller Zwang, bekannte sich letztlich aber in drei Fällen schuldig.
Neben der Haftstrafe muss sich Shelton nach seiner Entlassung 25 Jahre lang alle sechs Monate als Sexualstraftäter der höheren Gefährdungsstufe registrieren. Öffentlich bekannt war der Geistliche zuvor vor allem für seine Reden gegen LGBTIQ+-Materialien an Schulen, mit denen er wiederholt für Aufsehen sorgte. Einen direkten Zusammenhang zwischen diesen Auftritten und den nun verhandelten Taten stellt das Gericht nicht her: Die Übergriffe begannen bereits deutlich früher, während die öffentlichen Reden erst Jahre später folgten.
Der Fall hat in der amerikanischen Öffentlichkeit dennoch hohe Wellen geschlagen, gerade weil Sheltons öffentliches Auftreten als Gegner von LGBTIQ+-Rechten so bekannt war. Für viele gilt die Verurteilung als Signal gegen Doppelmoral: Wer öffentlich gegen andere hetzt, wird an den eigenen Taten gemessen. Menschenrechtsorganisationen begrüßten das Urteil und hoffen, dass es abschreckend auf ähnliche Fälle wirkt.
Kritische Stimmen mahnen zugleich zur Vorsicht bei der Verknüpfung beider Erzählstränge. Sheltons Verurteilung wegen der Sexualdelikte steht juristisch für sich, unabhängig von seiner politischen Haltung zu queeren Themen. Die öffentliche Aufmerksamkeit für den Fall zeigt dennoch, wie genau eine Gesellschaft hinschaut, wenn lautstarke moralische Ansprüche und persönliches Verhalten weit auseinanderklaffen.
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