Kurz vor dem Christopher Street Day in Cottbus haben mutmaßlich rechtsextreme Täter mehrere Brandanschläge verübt. Betroffen war unter anderem das alternative Wohnprojekt „Zelle 79“; ob auch ein Club und ein Büro der Grünen Ziel der Angriffe waren, prüfen die Ermittler noch. Weil sie von zwei Tätern aus dem rechtsextremen Spektrum ausgehen, untersucht die Polizei den Verdacht des versuchten Mordes.
Gesine Grande, Präsidentin der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg, äußerte sich gegenüber der Deutschen Presse-Agentur ungewöhnlich deutlich: „Das erschüttert mich, und es macht mich wütend.“ Gewalt und Einschüchterung dürften in der Stadt keinen Platz haben, so Grande. Zugleich warnte sie vor den langfristigen Folgen für den Ruf der Region: Solche Taten könnten das Bild der Stadt beschädigen und Menschen abschrecken, die dort studieren oder arbeiten wollen.
Wenige Tage vor dem CSD am 11. Juli sorgen die Anschläge für Verunsicherung in der queeren Szene der Stadt. Die Organisatoren rechnen mit rund 500 Teilnehmenden und haben die Sicherheitsvorkehrungen bereits mit der Polizei abgestimmt. Cottbus gilt seit Jahren als Brennpunkt rechtsextremer Aktivitäten in Brandenburg, was die Sorgen vor der Veranstaltung zusätzlich befeuert.
Die BTU selbst wirbt seit Jahren aktiv um internationale Studierende und Beschäftigte und sieht ihren Ruf als weltoffene Hochschule durch solche Vorfälle unmittelbar gefährdet. Grandes öffentliche Wortmeldung ist in dieser Deutlichkeit ungewöhnlich für eine Universitätsleitung und wird von Beobachtern als Signal an die Stadtgesellschaft gewertet, sich klar gegen rechte Gewalt zu positionieren, statt die Vorfälle als isolierte Einzeltaten abzutun.
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