Der Film von Javier Calvo und Javier Ambrossi über drei schwule Männer in verschiedenen Epochen der spanischen Geschichte holt den wichtigsten Publikumspreis des Toronto International Film Festival.
Bild: KI-generiert · Illustration
Der spanische Spielfilm "La Bola Negra" hat beim 51. Toronto International Film Festival den Publikumspreis gewonnen, die wichtigste Auszeichnung des Festivals. Anders als bei Jury-Preisen entscheidet beim TIFF das Publikum selbst, welcher Film am meisten überzeugt hat - eine Abstimmung, die in der Filmbranche als verlässlicher Frühindikator für die kommende Preisverleihungssaison gilt.
Regie führten Javier Calvo und Javier Ambrossi. Ihr Film verwebt die Geschichten dreier schwuler Männer, deren Leben sich in unterschiedlichen Epochen der spanischen Geschichte abspielen. Verbindendes Element ist die gesellschaftliche Ausgrenzung, die alle drei wegen ihrer Homosexualität erfahren - über die Jahrzehnte hinweg, aber mit erstaunlich ähnlichen Mustern.
Festivaldirektor Cameron Bailey verkündete die Entscheidung am Sonntag bei der Preisverleihung. Auf den Plätzen zwei und drei landeten "I Play Rocky" von Peter Farrelly und "Being Heumann" von Siân Heder. Insgesamt zeigte das TIFF in diesem Jahr 294 Filme aus 72 Ländern über elf Tage - eines der größten Festivals weltweit und für viele Filme das Sprungbrett in die internationale Auswertung.
Für "La Bola Negra" dürfte der Sieg mehr als nur symbolischen Wert haben: Frühere Gewinner des Publikumspreises gingen in den vergangenen Jahren regelmäßig auch bei internationalen Preisverleihungen erfolgreich ins Rennen, mehrere schafften es bis zu den großen Filmpreisen im folgenden Frühjahr. Für ein spanischsprachiges queeres Drama, das explizit von gesellschaftlicher Ausgrenzung erzählt, ist das eine seltene und Bühne im sonst von großen Studioproduktionen dominierten Wettbewerb.
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