„I Am What I Am – Stolz, eine Frau zu sein" erzählt das Leben der israelischen trans Ikone Efrat Tilma. Die Jury würdigte den NDR/Arte-Film für seine Nähe und seinen Respekt gegenüber der Porträtierten.
Bild: KI-generiert · Illustration
Der Dokumentarfilm „I Am What I Am – Stolz, eine Frau zu sein" über die israelische trans Aktivistin Efrat Tilma ist am 16. September in Mainz mit dem Robert-Geisendörfer-Preis 2026 ausgezeichnet worden. Die Jury würdigte die Arbeit von Regisseur Sagi Bornstein und Regisseurin Udi Nir dafür, Tilma „mit großer Nähe und tiefem Respekt" zu zeigen – als Mensch „mit Wunden, Humor und Lebensweisheit", nicht als Symbol oder Heldin.
Efrat Tilma erlebte in den 1960er-Jahren in Israel sexualisierte Gewalt und polizeiliche Verfolgung. Sie floh zunächst nach Paris und später nach Casablanca, wo sie sich einer geschlechtsangleichenden Operation unterzog, und baute sich anschließend ein neues Leben in Berlin auf. Nach mehr als 35 Jahren im Exil kehrte sie nach Israel zurück und wurde dort die erste freiwillige trans Mitarbeiterin der israelischen Polizei. 2022 zählte die BBC sie zu den 100 einflussreichsten Frauen weltweit.
Der Film ist eine Koproduktion von NDR und Arte unter der Produktion von Christian Beetz und Georg Tschurtschenthaler. Er feierte im November 2025 auf Arte Premiere und ist inzwischen in der ARD-Mediathek abrufbar. Bereits zuvor hatte die Dokumentation den internationalen Weil-Bloch-Award gewonnen.
Der Robert-Geisendörfer-Preis wird jährlich für herausragende Hörfunk- und Fernsehproduktionen vergeben, die sich mit gesellschaftlich relevanten Themen auseinandersetzen. Mit der Auszeichnung rückt eine Lebensgeschichte in den Fokus, die in der deutschen Öffentlichkeit bislang wenig bekannt war.
Verwandte Artikel
Dramatikerin und LGBTQ+-Verbündete Bonnie Greer gestorben
Die britisch-amerikanische Autorin und Kulturkommentatorin Bonnie Greer ist im Alter von 77 Jahren gestorben. Sie setzte sich jahrzehntelang für queere Sichtbarkeit in Kultur und Geschichtsschreibung ein.
San Francisco bekommt erstes Museum für queere chinesische Geschichte
Das ehrenamtlich betriebene OUT Museum in San Franciscos Chinatown sammelt Kunst, Dokumente und Geschichten queerer Chinesinnen und Chinesen sowie der Diaspora. Gegründet hat es eine langjährige Aktivistin, die 2022 aus China in die USA kam.
Kostümdesigner Bob Mackie gestorben
Der Mann hinter Chers Bühnenoutfits und Marilyn Monroes berühmtem Kleid ist im Alter von 87 Jahren gestorben. Fünf Jahrzehnte lang prägte Bob Mackie das Bild großer TV-Shows und Popikonen – gemeinsam mit seinem langjährigen Partner Ray Aghayan.