Die britisch-amerikanische Autorin und Kulturkommentatorin Bonnie Greer ist im Alter von 77 Jahren gestorben. Sie setzte sich jahrzehntelang für queere Sichtbarkeit in Kultur und Geschichtsschreibung ein.
Bild: KI-generiert · Illustration
Die britisch-amerikanische Dramatikerin, Autorin und Kulturkommentatorin Bonnie Greer ist im Alter von 77 Jahren nach kurzer Krankheit gestorben. Geboren 1948 in Chicago, zog sie 1986 nach Großbritannien und wurde dort zu einer der bekanntesten öffentlichen Stimmen des Landes — bekannt unter anderem aus den Sendungen "Newsnight" und "Question Time".
Vor ihrem Umzug lebte Greer in den 1970er- und 80er-Jahren im New Yorker West Village, mitten in der AIDS-Krise. Sie verlor in dieser Zeit "viele enge schwule Freunde", wie es in Nachrufen heißt. Der Umzug nach London war für sie auch eine Flucht vor diesem allgegenwärtigen Sterben.
In Großbritannien setzte sie sich über Jahrzehnte für queere Sichtbarkeit in Kultur und Geschichtsschreibung ein. 2016 beteiligte sie sich am National Festival of LGBT History im Museum of London, für die Tate Gallery erarbeitete sie kuratorische Beiträge zur queeren Kunstgeschichte, darunter zu den Beziehungen innerhalb der Bloomsbury Group. 2025 war sie für die British LGBT Awards als eine der zehn wichtigsten prominenten Verbündeten nominiert.
Greer wurde 2010 mit dem Order of the British Empire für ihre Verdienste um die Künste ausgezeichnet und war seit 2022 Mitglied der Royal Society of Literature; außerdem saß sie im Vorstand des British Museum und des Royal Opera House. Zu ihren Büchern zählen "Hanging by Her Teeth" (1994) und "Entropy" (2009). Ihr Ehemann David Hutchins beschrieb sie als eine Frau von "Intelligenz, Mut und einer unverwechselbaren Stimme", die das kulturelle Leben Großbritanniens mitgeprägt habe.
Verwandte Artikel
Dokumentarfilm über trans Aktivistin Efrat Tilma mit Geisendörfer-Preis ausgezeichnet
„I Am What I Am – Stolz, eine Frau zu sein" erzählt das Leben der israelischen trans Ikone Efrat Tilma. Die Jury würdigte den NDR/Arte-Film für seine Nähe und seinen Respekt gegenüber der Porträtierten.
San Francisco bekommt erstes Museum für queere chinesische Geschichte
Das ehrenamtlich betriebene OUT Museum in San Franciscos Chinatown sammelt Kunst, Dokumente und Geschichten queerer Chinesinnen und Chinesen sowie der Diaspora. Gegründet hat es eine langjährige Aktivistin, die 2022 aus China in die USA kam.
Kostümdesigner Bob Mackie gestorben
Der Mann hinter Chers Bühnenoutfits und Marilyn Monroes berühmtem Kleid ist im Alter von 87 Jahren gestorben. Fünf Jahrzehnte lang prägte Bob Mackie das Bild großer TV-Shows und Popikonen – gemeinsam mit seinem langjährigen Partner Ray Aghayan.