Ein Bericht des Weißen Hauses greift das Smithsonian-Museum für amerikanische Geschichte in Washington scharf an – und zielt dabei gezielt auf Inhalte zur queeren Geschichte des Landes. Der im Juli veröffentlichte Report des Domestic Policy Council trägt den Titel „Saving America's Story" und wirft dem Museum vor, von einem „marxistischen intellektuellen Rahmen" geprägt zu sein, der gezielt „Unterdrückungssysteme" sichtbar machen wolle.
Konkret kritisiert der Bericht unter anderem ein Video mit Drag Queens, das als für Kinder „sexuell anstößig" bezeichnet wird, sowie das Cover eines Fanzines aus den Neunzigern mit zwei nackten Frauen. Auch Ausstellungsstücke zu bisexuellen Sängerinnen, lesbischen Schauspielerinnen, schwulen Baseballprofis und queeren Fußballspielern werden aufgeführt. Zusätzlich stört sich der Bericht am museumseigenen „Center for Restorative History", das gezielt Geschichten von BIPOC- und LGBTQ+-Communities einbeziehen soll.
Die Organization of American Historians hat den Bericht zurückgewiesen. Die Fachgesellschaft erklärt, er ziele darauf ab, die Institution dafür zu „bestrafen", dass sie die Geschichte „aller Amerikaner" erzähle – und betont, kein Präsident habe die Autorität, über die Inhalte des Smithsonian zu bestimmen.
Auch das deutschsprachige Portal Schwulissimo berichtete über den Vorstoß und ordnete ihn als Teil einer größeren Debatte über politischen Einfluss auf US-Museen ein. Das Smithsonian ist als unabhängige Institution organisiert, erhält aber einen erheblichen Teil seiner Mittel vom Bund – ein Umstand, der Druck aus dem Weißen Haus regelmäßig befeuert.
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