In der oberbayerischen Gemeinde Neufahrn bei Freising hat der AfD-Fraktionschef im Gemeinderat, Attila Szalontay, Homosexualität als psychische Krankheit bezeichnet und die Schließung eines lokalen Jugendtreffs für queere Menschen gefordert. „Ich habe persönlich nichts gegen Queerdenkende, ich akzeptiere deren Lebensweise, dies ist kein Verbrechen, aber ich sehe es als eine psychische Krankheit an“, sagte Szalontay. Weiter kündigte er an: „Ich werde alles veranlassen, was in meiner Macht steht, um Veranstaltungen dieser Art zu verhindern.“
Die AfD Neufahrn erklärte dazu, man lehne „jede Art von Frühsexualisierung strikt ab“ und sehe in der Veranstaltungsreihe „eine ideologische Beeinflussung, die kindliche Schamgrenzen zerstört, Elternrechte untergräbt und Kinder beeinflusst“.
Der „Offene Queertreff“ richtet sich kostenlos und ohne Anmeldung an Menschen ab zwölf Jahren aus der queeren Community sowie deren Unterstützer:innen. Organisiert wird er von der Mobilen Jugendarbeit der Gemeinde unter Henrik Kloth gemeinsam mit der Gemeindebibliothek unter Raven Knoll, zuletzt getroffen hatte sich die Gruppe am 21. Juli.
Erster Bürgermeister Ozan Iyibas (CSU) widersprach Szalontay deutlich: „Das ist keine sachliche Debatte mehr. Das ist die Herabwürdigung von Menschen.“ Beim nächsten Treffen wolle er selbst dabei sein, kündigte Iyibas an – „nicht, um eine politische Front aufzubauen, sondern um deutlich zu machen: Diese jungen Menschen gehören zu unserer Gemeinde.“ Bei der Kommunalwahl im März 2026 hatte die AfD in Neufahrn 9,1 Prozent der Stimmen und drei Sitze im Gemeinderat erreicht.
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