Das Bundesverteidigungsministerium hat am Freitag an seinen Standorten in Berlin und Bonn die Regenbogenflagge gehisst – ein jährliches Zeichen der Solidarität mit queeren Soldatinnen und Soldaten, das es seit 2022 gibt. Der Termin ist bewusst gewählt: Am 3. Juli 2000 hob der damalige Verteidigungsminister Rudolf Scharping das Verbot auf, das Homosexuelle offen in der Bundeswehr dienen ließ.
In Berlin zog Staatssekretär Jan Stöß die Flagge auf. „Mit diesem Zeichen der Solidarität erinnern wir an Soldatinnen und Soldaten, die wegen ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität diskriminiert wurden", sagte er. In Bonn übernahmen Oda Döring und Christian Raap die Zeremonie; Döring betonte, die Flagge stehe für „Vielfalt, Toleranz, Akzeptanz und den Einsatz für gleiche Lebensrechte".
Dabei war auch Willi Müller, ein ehemaliger Feldwebel, der in den 1990er-Jahren wegen seiner Homosexualität Diskriminierung erlebte. „Wenn mir vor 40 Jahren jemand gesagt hätte, dass ich hier einmal die Regenbogenflagge für alle queeren Menschen hissen würde – ich hätte es nicht geglaubt", sagte er.
Neben dem symbolischen Akt verkündete das Ministerium eine praktische Entscheidung: Die Frist für Entschädigungsanträge nach dem Gesetz zur Rehabilitierung und Entschädigung von wegen ihrer Homosexualität diskriminierten Soldaten (SoldRehaHomG), das seit dem 24. Juni 2026 in Kraft ist, wird um fünf Jahre bis zum 23. Juli 2031 verlängert. Seit 2021 sind 218 Anträge eingegangen; Betroffene erhalten jeweils 3.000 Euro. Die Verlängerung soll all jenen eine Chance geben, die bislang nichts von der Regelung wussten oder sich noch nicht zu einem Antrag durchringen konnten.
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