Bild: KI-generiert (Higgsfield) · Illustration
Rund zweieinhalb Wochen nach dem islamistischen Terroranschlag auf den Christopher Street Day in Berlin hat die Bundesanwaltschaft das Ermittlungsverfahren gegen den mutmaßlichen Attentäter Abdul Ballout formal eingestellt. Grund ist der Tod des Beschuldigten: Der 21-Jährige wurde einen Tag nach der Tat bei einem Festnahmeversuch im Berliner Bezirk Spandau von der Polizei erschossen. Nach deutschem Recht können Strafverfahren gegen Verstorbene nicht fortgeführt werden.
Beendet ist die Aufklärung des Anschlags damit nicht. Die Ermittlungsbehörden prüfen weiter, ob Ballout Mittäter*innen oder Unterstützer*innen hatte. Am mutmaßlichen Tatfahrzeug fanden sich nach Behördenangaben allerdings keine tatrelevanten Spuren weiterer Personen. Bei dem Anschlag am Abend des 25. Juli war Ballout mit einem Transporter gezielt in eine Menschenmenge am Rand des CSD im Bereich des Großen Tiergartens gefahren. Eine 65-jährige Frau aus Polen starb, mindestens 31 weitere Menschen wurden zum Teil schwer verletzt. Auf dem Mobiltelefon des Täters sicherten Ermittler ein Video, in dem er der Terrormiliz „Islamischer Staat“ die Treue schwört; es war am Tag des Anschlags aufgenommen worden.
Nach dem Attentat hatten queere Organisationen die Bundesregierung aufgefordert, sexuelle und geschlechtliche Minderheiten besser zu schützen, etwa durch die lange geforderte Verankerung im Grundgesetz. Unionsfraktionschef Thorsten Frei lehnte das bislang ab, und die Bundesregierung hält offenbar an geplanten Kürzungen bei queeren Projekten fest. Die demokratische Opposition wirft Kanzler Merz deshalb vor, seine nach dem Anschlag geäußerte Solidarität mit der queeren Community nicht mit Taten zu unterlegen.
Verwandte Artikel
Justizministerin Hubig will Grundgesetz um Schutz vor Diskriminierung wegen sexueller Identität ergänzen
Nach dem islamistischen Anschlag beim Berliner Christopher Street Day fordert Bundesjustizministerin Stefanie Hubig, Artikel 3 des Grundgesetzes um ein Diskriminierungsverbot wegen sexueller Identität zu ergänzen.
Jede fünfte junge Person in Deutschland ist queer, doch die Generation schrumpft
Neue Destatis-Zahlen zeigen: 22 Prozent der Generation Z in Deutschland identifizieren sich als LGBTIQ+ – ein Höchststand. Gleichzeitig ist die Altersgruppe der 15- bis 24-Jährigen so klein wie seit den frühen 2020er Jahren nicht mehr.
Trans Frau kandidiert für Bürgermeisteramt in Baden-Württemberg
Jennifer Kubach bewirbt sich parteilos um das Bürgermeisteramt in Linkenheim-Hochstetten. Die Wahl findet am 27. September 2026 statt – Kubach gehört zu den ersten trans Frauen in Deutschland, die für ein hauptamtliches Bürgermeisteramt kandidieren.