Bild: KI-generiert · Illustration
Die Log Cabin Republicans, der wichtigste Zusammenschluss schwuler und lesbischer Mitglieder der US-Republikaner, haben den Einsatz für die Rechte trans Menschen aus ihrem Programm gestrichen. Am 21. August kündigte die Organisation an, sich künftig ausschließlich auf Fragen der sexuellen Orientierung zu konzentrieren. Gegründet wurde Log Cabin Republicans bereits 1977; seit Jahrzehnten vertritt der Verband queere Konservative innerhalb der Partei, oft in Spannung zu deren restriktiverem Flügel.
In einem Meinungsbeitrag für das konservative Portal Town Hall begründete Präsident Ross Hemminger den Schritt damit, dass die Ziele bei Ehe für alle und beim Militärdienst erreicht seien. Die „neue Ära der Gender-Identitätspolitik“ sei nicht die Bewegung, für die man einst gekämpft habe, schrieb er. Vor allem gegen Minderjährige richte sich der Trans-Aktivismus: Schulen würden zu „radikaler Gender-Ideologie“ gedrängt, biologische Männer sollten im Frauensport starten dürfen, hieß es weiter.
Hemminger vertritt die These, die Akzeptanz für schwule und lesbische Anliegen schwinde, weil Wählerinnen und Wähler die Community pauschal mit „radikalem“ trans Aktivismus verknüpften statt mit der Forderung nach Ehe für alle. Diese Darstellung greift zu kurz: Studien zeigen, dass geschlechtsangleichende Operationen bei Minderjährigen selten sind, und trans Organisationen setzen sich überwiegend für die Anerkennung amtlicher Dokumente, Familienrecht, Gewaltschutz und Bildungszugang ein. Damit reiht sich der Schritt in eine Serie ähnlicher Positionierungen konservativer queerer Gruppen in den USA ein, die trans Rechte zunehmend von den übrigen Anliegen der Bewegung trennen wollen.
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