Ohne öffentliche Ankündigung hat die texanische Gefängnisbehörde TDCJ ihre Richtlinie zur Hormontherapie für trans Gefangene aus dem Handbuch gestrichen. Die Regelung hatte seit 2015 bestanden.
Die texanische Gefängnisbehörde Texas Department of Criminal Justice (TDCJ) hat ihre Regelung zur Hormontherapie für trans Gefangene offenbar ohne öffentliche Ankündigung gestrichen. In den neuen „Disease Management Guidelines“ 2026 fehlt der bisherige Abschnitt „Gender Dysphoria Hormone Monitoring Guideline“ ersatzlos. Die zugehörige Richtlinie G-51.11 sowie Begleitdokumente sind aus dem Handbuch der Correctional Managed Health Care entfernt worden, entsprechende Links auf der TDCJ-Website führen inzwischen ins Leere. Der Schritt reiht sich in eine bundesweite Entwicklung ein: Bereits im Februar 2026 hatte der Bundesgefängnisdienst Federal Bureau of Prisons per Anweisung der Regierung Trump die geschlechtsangleichende Versorgung für die rund 2.200 trans Inhaftierten in Bundesgefängnissen landesweit eingestellt.
Die Richtlinie hatte seit 2015 den Zugang zu Hormonbehandlungen für trans Gefangene geregelt und war noch im Juli 2026 turnusmäßig verlängert worden – auch nachdem Texas im August 2025 per Gesetz festgelegt hatte, dass trans Gefangene nach ihrem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht untergebracht werden müssen. Die Streichung der Hormontherapie-Regelung erfolgte demnach erst mehrere Wochen später und damit unabhängig von jenem Gesetz.
Beobachter werten die kommentarlose Entfernung der Richtlinie als faktisches Ende der Hormonbehandlung im texanischen Strafvollzug, da keine Ersatzregelung veröffentlicht wurde. Wie viele der derzeit inhaftierten trans Personen in Texas von der Änderung betroffen sind, ist bislang nicht bekannt. Die TDCJ hat sich zu den Hintergründen der Streichung bislang nicht öffentlich geäußert.
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