Die größte konservative queere Organisation der USA kappt ihre Unterstützung für trans Menschen – und stößt damit auf scharfe Kritik aus der eigenen Community.
Die Log Cabin Republicans, die größte konservative queere Organisation der USA, haben ihre Unterstützung für Rechte von trans Menschen aufgekündigt. Den Kurswechsel begründete Vorstandsvorsitzender Ross Hemminger in einer Kolumne für ein konservatives Magazin damit, dass sich die „Trans-Bewegung“ inzwischen vor allem an Minderjährige richte und Schulen zu einer „radikalen Gender-Ideologie“ dränge.
Die 1977 gegründete Organisation hatte Trans-Rechte 2015 ausdrücklich in ihr Leitbild aufgenommen, mit der Begründung, alle Erwachsenen hätten ein Recht auf ein selbstbestimmtes Leben ohne staatliche Einmischung. Zuvor hatte sie sich gegen Verbote medizinischer Versorgung für trans Jugendliche und gegen den Ausschluss von trans Frauen aus dem Frauensport positioniert.
Kritiker verweisen darauf, dass der 17-köpfigen Führungsriege der Organisation kein einziges trans Mitglied angehört. Rückhalt in der Forschung hat die neue Position der Log Cabin Republicans dabei nicht: Studien zeigen, dass Pubertätsblocker Suizidgedanken bei trans Jugendlichen senken können und dass trans Athletinnen im Sport keinen belegbaren Leistungsvorteil haben.
Delphine Luneau, Sprecherin der Human Rights Campaign, kritisierte den Schritt als spalterisch. Einen Teil der Community zu opfern, habe historisch nie funktioniert und werde auch jetzt nicht funktionieren, sagte sie. Der Rückhalt für Trans-Rechte innerhalb der queeren Community insgesamt sei nach wie vor überwältigend groß, weil alle Freiheiten miteinander verbunden seien. Damit steht die Organisation, die sich selbst als Brücke zwischen queerer Community und Republikanischer Partei versteht, nun in offenem Widerspruch zu den großen LGBTIQ+-Verbänden des Landes.
Verwandte Artikel
Rekord an Buchverboten: US-Schulen sperrten fast 12.000 Titel
Laut PEN America haben öffentliche Schulen in den USA im Schuljahr 2025/26 11.982 Bücher verbannt, so viele wie nie seit Beginn der Erhebung 2021. Texas und Florida verantworten 95 Prozent der Verbote.
HRC-Umfrage: Die meisten queeren Erwachsenen in den USA leben offen, doch das politische Klima bremst
Vor dem Coming-out-Tag veröffentlicht die Human Rights Campaign Umfrageergebnisse: 85 Prozent der befragten LGBTQ+-Erwachsenen leben mehr oder weniger offen, 56 Prozent sagen, das politische Klima mache sie zurückhaltender.
US-Bildungsministerium nimmt Title-IX-Schutz für LGBTQ-Studierende zurück
Das US-Bildungsministerium hat die Title-IX-Regel von 2024 aufgehoben, die auch Schutz vor Diskriminierung wegen der Geschlechtsidentität vorsah. Es gelten wieder die Vorgaben aus Trumps erster Amtszeit. LGBTQ-Verbände und Opferschutzgruppen kritisieren den Schritt.