Bild: KI-generiert (Higgsfield) · Illustration
Der US-Bundesstaat Massachusetts hat angekündigt, die medizinische Versorgung für trans Kinder und Jugendliche auch dann weiter zu finanzieren, wenn eine neue Bundesregel im Oktober in Kraft tritt. Die Trump-Administration hatte zuvor festgelegt, dass Medicaid und das Kinder-Krankenversicherungsprogramm CHIP keine geschlechtsangleichenden Behandlungen für Minderjährige mehr bezahlen dürfen. Der zuständige Medicaid-Verwalter Mehmet Oz bezeichnete die Therapien als „sex-rejecting procedures" - eine Formulierung, der die großen medizinischen Fachgesellschaften widersprechen, die eine solche Versorgung als evidenzbasiert einstufen.
Massachusetts will die entstehende Lücke über den staatlichen Affirming Health Care Trust Fund schließen, der im Juli über 8,5 Millionen Dollar verfügte. 2024 gab der Bundesstaat rund 3,6 Millionen Dollar für die medizinische Versorgung minderjähriger trans Patientinnen und Patienten aus, mehr als 2,6 Millionen Dollar davon für Hormontherapien. Bislang trägt der Bund etwa die Hälfte der Medicaid- und 65 Prozent der CHIP-Kosten des Staates.
Gouverneurin Maura Healey erklärte, man werde weiter mit Ärztinnen und Ärzten zusammenarbeiten, damit alle - auch queere Einwohnerinnen und Einwohner - die medizinische Versorgung bekommen, die sie brauchen. Generalstaatsanwältin Andrea Campbell nannte die Bundesregel rechtswidrig und kündigte eine Klage an. Wer bereits eine Hormontherapie erhält, bekommt eine sechsmonatige Übergangsfrist; psychotherapeutische Angebote bleiben von der Regel unberührt. Ob Pubertätsblocker weiter über den Fonds abgedeckt werden, ist noch offen.
Die Bundesregel soll am 13. Oktober 2026 wirksam werden. Massachusetts zählt damit zu den ersten Bundesstaaten, die eine konkrete Auffanglösung für betroffene Familien vorlegen, während andere demokratisch regierte Staaten die Frage noch prüfen.
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