Das Schaufenster der Stadtbibliothek Thun im Schweizer Kanton Bern ist mit Fäkalien beschmiert worden. Zum Zeitpunkt der Tat waren dort queere Bücher rund um den Pride Month ausgestellt. Entdeckt hat die Verschmutzung zunächst ein Passant in der Nacht zum Montag, der die Redaktion der Zeitung "20 Minuten" darüber informierte.
Weil die Bibliothek montags geschlossen ist, erfuhr sie selbst erst durch die Anfrage des Mediums von dem Vorfall. Wie Stadtsprecherin Daniela Lüpold erklärte, bemerkten die Verantwortlichen das verschmutzte Schaufenster erst am Dienstag. Eine Strafanzeige wurde bislang nicht gestellt, laut Kantonspolizei Bern käme aber eine Verfolgung wegen Verunreinigung fremden Eigentums oder Sachbeschädigung infrage.
Formal als Hassverbrechen eingestuft wird die Tat bisher nicht. Nina Ramseier von der Beratungsstelle "Gemeinsam gegen Gewalt und Rassismus" hält einen diskriminierenden Hintergrund dennoch für möglich, betont zugleich aber, dass es sich dabei bislang lediglich um eine Vermutung handelt. Weder ein Bekennerhinweis noch eine erkennbare Botschaft der Täterschaft liegen bislang vor.
Die Bibliothek hatte die Bücherauswahl bewusst prominent im Schaufenster platziert, um Vielfalt und Toleranz sichtbar zu machen. Gerade der Angriff auf diese Präsentation hat in der lokalen queeren Community für Bestürzung gesorgt. Unabhängig vom offiziellen Ermittlungsstand werten viele ihn als Angriff auf die sichtbare Präsenz queerer Themen im öffentlichen Raum.
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