Moritz de Hadeln ist tot. Der britisch-schweizerische Festivalmacher starb im Alter von 85 Jahren in einem Krankenhaus in Nyon an den Folgen eines medizinischen Eingriffs. Kaum jemand hat die internationale Festivallandschaft so lange und so nachhaltig geprägt wie er.
De Hadeln begann seine Laufbahn als Fotograf und Dokumentarfilmer, bevor er 1969 gemeinsam mit seiner Frau das Dokumentarfilmfestival Nyon gründete. Es folgten die Leitung des Filmfestivals Locarno von 1972 bis 1977 und, für mehr als zwei Jahrzehnte, der Vorsitz der Berlinale von 1980 bis 2001. Später übernahm er 2002 und 2003 auch die Filmfestspiele von Venedig – womit er zu den wenigen zählt, die gleich drei der bedeutendsten europäischen Festivals verantwortet haben.
Für die queere Filmwelt hat er sich ein bleibendes Verdienst erworben: 1992 setzte de Hadeln durch, dass die Berlinale den Teddy Award offiziell anerkannte. Damit war sie das erste große internationale Festival, das queerem Kino eine feste, institutionell verankerte Plattform gab – ein Schritt, dem viele andere Festivals erst Jahre später folgten. 2001 wurde ihm dafür selbst ein Spezial-Teddy verliehen.
Kolleginnen und Wegbegleiter würdigen de Hadeln als einen, der Festivalarbeit nie nur als Programmgestaltung verstand, sondern als kulturpolitisches Statement. Die Entscheidung von 1992 wirkt bis heute nach: Der Teddy Award zählt inzwischen zu den etabliertesten queeren Filmpreisen der Welt.
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