Der Stadtrat der texanischen Kleinstadt Southlake lehnt die Genehmigung für das Pride-Festival ohne Begründung ab, obwohl dieselbe Veranstaltung im Vorjahr stattfinden durfte.
Bild: KI-generiert · Illustration
Der Stadtrat von Southlake im US-Bundesstaat Texas hat einstimmig die Genehmigung für das Pride-Festival „Pride Kel-So" verweigert, das am 3. Oktober stattfinden sollte. Die familienfreundliche Veranstaltung mit Livemusik, Ständen und Mitmachangeboten war 2025 erstmals genehmigt worden und zog nach Angaben der Organisatoren zwischen 1.600 und 2.500 Besucherinnen und Besucher an der St Martin-in-the-Fields Episcopal Church an. Weil die erwartete Teilnehmerzahl 2026 eine besondere Nutzungsgenehmigung erforderte, musste erneut beantragt werden – die zuständige Planungskommission hatte die Genehmigung zuvor mit 5 zu 1 Stimmen empfohlen.
Der Stadtrat lehnte den Antrag am 15. September ohne jede Aussprache und ohne Begründung ab. Der Anwohner Paul Segal hatte sich zuvor öffentlich gegen die Veranstaltung ausgesprochen: „Diese Dragqueens letztes Jahr zu sehen war abstoßend", sagte er mit Blick auf das Vorjahresprogramm. Mitgründerin April Dreyson zeigte sich schockiert über das Schweigen des Gremiums: Man habe sämtliche Empfehlungen befolgt und trotzdem weder Fragen noch Kommentare bekommen – das sende die Botschaft, „dass man hier nicht dazugehört". Die Reverendin Ellen Singer sprach sich öffentlich für den gemeinschaftsstiftenden Wert der Veranstaltung aus, trotz des erkennbaren Konflikts in der Stadt.
Die Organisatoren kündigten an, sich nicht zum Schweigen bringen zu lassen: „Wir werden nicht zum Verschwinden gebracht." Zu möglichen nächsten Schritten – einem neuen Antrag, einem Ausweichort oder rechtlichen Mitteln – äußerten sie sich bislang nicht.
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