Beim Bundesparteitag der Republikaner in Dallas hat Donald Trump eingeräumt, Angriffe auf trans Athletinnen gezielt kurz vor Wahlterminen zu platzieren - er nennt sie selbst einen seiner "besten Sprüche". Die Human Rights Campaign wirft ihm vor, von eigenen Versäumnissen abzulenken.
Bild: KI-generiert · Illustration
Bei einem Auftritt vor dem Bundesparteitag der Republikaner in Dallas hat US-Präsident Donald Trump am 9. September offen eingeräumt, dass er Angriffe auf trans Sportlerinnen gezielt als Wahlkampfinstrument einsetzt. Er wolle mit dem Thema nicht zu früh beginnen, sagte er, sondern etwa eine Woche vor der Wahl - dann wirke es am stärksten. Die Ablehnung von trans Athletinnen im Frauensport bezeichnete er als einen unserer besten Sprüche überhaupt.
Trump begründete den frühen Zeitpunkt in diesem Fall damit, dass die Demokraten ihre Position noch ändern könnten - das würde den Republikanern richtig schaden. Zugleich behauptete er, in der Bevölkerung stehe die Frage 99 zu eins, ein Wert, für den er keinen Beleg nannte. Eine Umfrage von Gallup aus dem Mai 2025 kommt auf ein deutlich anderes Bild: 69 Prozent sprachen sich darin für Sportkategorien nach biologischem Geschlecht aus, 30 Prozent für eine Teilnahme nach Geschlechtsidentität.
Von der Menschenrechtsorganisation Human Rights Campaign kam scharfe Kritik. Ihr Präsident warf MAGA-Politikern vor, mit Angst, Spaltung und queerfeindlichen Attacken von eigenen Versäumnissen ablenken zu wollen. Er verwies auf eine Erhebung, wonach bei der Wahl 2024 nur vier Prozent der Wählerinnen und Wähler trans Themen als ausschlaggebend nannten - obwohl 64 Prozent entsprechende Wahlwerbung gesehen hatten.
Der Auftritt reiht sich in eine Serie ähnlicher Angriffe während des Parteitags ein, bei dem auch der demokratische Senatskandidat James Talarico für seine Haltung zu trans Rechten unter Beschuss geriet.
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