Die AfD hat die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt mit dem bislang stärksten Ergebnis einer rechtsextremen Partei in Deutschland seit 1945 gewonnen. Demokratische Parteien sichern queeren Menschen Schutz zu, Verbände befürchten Folgen für die queere Infrastruktur im Land.
Bild: KI-generiert · Illustration
Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat die AfD nach Angaben von PinkNews mit 43,8 Prozent der Stimmen und 39 von 83 Sitzen das bislang stärkste Ergebnis einer rechtsextremen Partei in Deutschland seit dem Zweiten Weltkrieg erzielt. Für die queere Community im Bundesland löste das Ergebnis unmittelbar Sorge aus.
Wie queer.de berichtet, sicherten Vertreter*innen von CDU, SPD, Grünen und Linken queeren Menschen nach dem Wahlergebnis öffentlich ihren Schutz und ihre Solidarität zu. Auch die Türkische Gemeinde in Deutschland rief demokratische Parteien dazu auf, marginalisierte Gruppen nach dem AfD-Erfolg gezielt zu schützen.
Parteichefin Alice Weidel lebt seit Jahren in einer Partnerschaft mit der Filmemacherin Sarah Bossard, mit der sie zwei Söhne großzieht. Die AfD-Vorsitzende lehnt die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare dennoch ab und verknüpft queere Themen wiederholt mit Angriffen auf Migration und Familienbild. Kritiker*innen werfen ihr vor, mit dieser Haltung die eigene Lebensrealität von der Parteilinie zu trennen, ohne die Konsequenzen für andere queere Menschen im Land zu benennen.
Verbände in Sachsen-Anhalt befürchten, ein gestärktes AfD-Landtagsmandat werde die Arbeit queerer Beratungsstellen und Projekte künftig erschweren, etwa bei der Vergabe von Fördermitteln auf Landesebene. Konkrete Ankündigungen der künftigen Landesregierung dazu liegen bislang nicht vor.
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