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Anglikanischer Erzbischof in Ghana stellt sich gegen schärferes Anti-LGBTIQ+-Gesetz

Cyril Kobina Ben-Smith, anglikanischer Erzbischof von Westafrika, spricht sich im BBC-Interview gegen die geplante Verschärfung der Strafen für Homosexualität in Ghana aus. Queere Menschen seien "Kinder Gottes". Das Parlament bereitet die Verabschiedung des Gesetzes vor.

Der anglikanische Erzbischof von Westafrika, Cyril Kobina Ben-Smith, hat sich öffentlich gegen ein geplantes Gesetz ausgesprochen, das Homosexualität in Ghana deutlich härter bestrafen soll. In einem Interview mit der BBC sagte der Bischof von Asante-Mampong: „Wir unterstützen die Kriminalisierung homosexueller Menschen nicht.“ Queere Menschen seien „Kinder Gottes“, betonte er, „Gott liebt sie“.

Homosexuelle Menschen lebten seit langer Zeit in Ghana und seien „nie ein Problem“ gewesen, verwies Ben-Smith. Mit seiner Position stellt sich der ranghohe Geistliche gegen einen wachsenden gesellschaftlichen und politischen Trend in dem westafrikanischen Land.

Das ghanaische Parlament bereitet derzeit die endgültige Verabschiedung eines umfassenden Gesetzes vor, das bestehende Strafen für gleichgeschlechtliche Beziehungen erheblich verschärfen würde. Vorgesehen sind unter anderem längere Haftstrafen als die bisher geltenden drei Jahre, verpflichtende sogenannte Konversionstherapien sowie bis zu fünf Jahre Haft für Personen, die queere Menschen unterstützen. Wer von homosexuellem Verhalten weiß und dies nicht meldet, soll künftig ebenfalls mit bis zu drei Jahren Haft rechnen müssen. Nach Einschätzung von Beobachtern verfügt der Gesetzentwurf im Parlament über eine Mehrheit.

In Ghana ist öffentlicher Widerspruch aus den Reihen der Kirchen selten, da religiöse Institutionen das Vorhaben bislang mehrheitlich unterstützt oder zumindest nicht offen kritisiert haben. Ben-Smiths Äußerungen dürften die Debatte im Land daher neu befeuern.

21.08.2026

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