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In Ghana wartet ein Gesetz, das queere Identität sowie deren Unterstützung unter Strafe stellen soll, auf die Unterschrift von Präsident John Dramani Mahama. Das Parlament hat den Entwurf bereits gebilligt. Erzbischof Cyril Kobina Ben-Smith, Oberhaupt der anglikanischen Kirche Ghanas, hat sich nun öffentlich dagegen ausgesprochen.
Der Entwurf stellt nicht nur das Bekennen zu einer queeren Identität unter Strafe, sondern auch deren „Bewerbung“ – ein Begriff, der in der Praxis weit gefasst werden kann. Vorgesehen sind außerdem eine Meldepflicht bei Verstößen sowie Haftstrafen für Menschen, die queere Personen unterstützen; ausgenommen sind Jurist*innen, Medienschaffende und medizinisches Personal, soweit sie in ihrer beruflichen Funktion handeln. Sexuelle Handlungen zwischen Männern sind in Ghana bereits seit der britischen Kolonialzeit unter dem Straftatbestand der „widernatürlichen fleischlichen Kenntnis“ illegal.
Ben-Smith positionierte sich klar: „Wir unterstützen die Kriminalisierung schwuler Menschen nicht“, sagte er und verwies darauf, dass queere Menschen „seit langem in diesem Land leben, und wir haben mit ihnen gelebt“. Die Kirche halte zwar an ihrer traditionellen Haltung zu Sexualität fest, so der Erzbischof, queere Menschen seien aber „Kinder Gottes“, denen Würde zustehe.
Menschenrechtsorganisationen wie Human Rights Watch haben den Gesetzentwurf scharf kritisiert: Er gefährde das Leben queerer Menschen in Ghana und fördere Überwachung und Denunziation. Ob Präsident Mahama unterschreibt, ist trotz Drucks religiöser Kreise bislang offen.
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