Eine neue Untersuchung sortiert zwanzig christliche Kirchen in den USA nach ihrer Haltung zu LGBTIQ+-Menschen – von offener Ordination bis zur klaren Ablehnung gleichgeschlechtlicher Ehen.
Bild: KI-generiert (Higgsfield) · Illustration
Eine neue US-amerikanische Untersuchung hat zwanzig christliche Kirchen danach sortiert, wie sie zu lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans und queeren Gläubigen stehen. Grundlage sind wissenschaftliche Studien und die offiziellen Positionen der Kirchen selbst – und die fallen, so das Ergebnis, erstaunlich weit auseinander.
An der Spitze steht die Metropolitan Community Church, 1968 explizit als Kirche für queere Menschen gegründet. In ähnlich offener Position finden sich die Unitarian Universalist Association, die United Church of Christ, die Presbyterian Church (USA), die Episcopal Church und die United Methodist Church wieder: Sie erlauben vielerorts gleichgeschlechtliche Trauungen und die Ordination queerer Geistlicher, auch wenn einzelne Gemeinden dabei oft eigenen Spielraum behalten. Ein mittleres Feld bilden die Evangelical Lutheran Church in America, die Alliance of Baptists und Teile der Quäker-Gemeinschaften: grundsätzlich offen, die konkrete Praxis aber der einzelnen Gemeinde überlassen.
Am anderen Ende der Skala steht die römisch-katholische Kirche, die informelle Segnungen gleichgeschlechtlicher Paare zwar toleriert, eheähnliche Zeremonien aber weiterhin ablehnt. Deutlich strikter positionieren sich die Southern Baptist Convention, die Orthodoxe Kirche, die Mormonen sowie zahlreiche Pfingstkirchen: Für sie bleibt Ehe ausschließlich Männern und Frauen vorbehalten, gleichgeschlechtliche Verbindungen lehnen sie überwiegend ab.
Wie sehr sich das auf die Religionszugehörigkeit queerer Menschen auswirkt, zeigen zwei Zahlen aus den USA. Laut Pew Research Center bekannten sich 2024 nur noch 48 Prozent der lesbischen, schwulen und bisexuellen Erwachsenen zu einer Religion. Gleichzeitig gehören nach Schätzungen des Williams Institute weiterhin über fünf Millionen queere Amerikanerinnen und Amerikaner einer Glaubensgemeinschaft an – ein Hinweis darauf, dass Kirchenzugehörigkeit und Akzeptanz zwei getrennte Fragen sind.
Verwandte Artikel
Wyoming verhandelt: Gilt Selbstverteidigungsrecht auch für angegriffene trans Frau?
Ein Gericht in Laramie, Wyoming, prüft, ob das Selbstverteidigungsgesetz des Bundesstaats für Rihanna Kelver gilt. Sie hatte nach transfeindlichen Beleidigungen und einem Stoß zu Boden eine Waffe gezogen – ihr drohen bis zu 15 Jahre Haft.
Everton Blair wird als erste offen schwule Person aus dem Süden der USA in den Kongress gewählt
Georgia schickt erstmals eine offen schwule Person nach Washington: Everton Blair gewann die Stichwahl um den 13. Kongresswahlbezirk und ist die dritte offen schwarze und schwule Person überhaupt im US-Kongress.
Rechtsextremer Provokateur Milo Yiannopoulos aus den USA abgeschoben
US-Einwanderungsbehörden haben Milo Yiannopoulos festgenommen und nach Großbritannien abgeschoben – wegen eines seit 2019 überzogenen Visums. Der frühere Breitbart-Redakteur war über Jahre für Hetze gegen trans Menschen bekannt.