Der anglikanische Erzbischof von Ghana stellt sich öffentlich gegen ein geplantes Gesetz, das schon die Identifikation als queer unter Strafe stellen würde.
Bild: KI-generiert · Illustration
Der anglikanische Erzbischof von Ghana, Cyril Kobina Ben-Smith, hat sich öffentlich gegen ein geplantes Gesetz gestellt, das die bloße Identifikation als queer unter Strafe stellen würde. „Wir unterstützen die Kriminalisierung schwuler Menschen nicht“, sagte er am 24. August der BBC. Queere Menschen lebten seit Langem im Land, „und wir haben mit ihnen gelebt.“
Schon das öffentliche Bekenntnis zu einer queeren Identität soll nach dem Entwurf strafbar werden. Auch das Werben für queere Anliegen soll unter Strafe stehen, ebenso eine Meldepflicht für Bürgerinnen und Bürger, die von queeren Personen in ihrem Umfeld wissen. Selbst Verbündete riskieren Haft. Ausnahmen sind nur für Rechtsanwälte, Medienschaffende und medizinisches Personal vorgesehen, die dienstlich mit dem Thema befasst sind.
Seine Kirche halte an traditionellen Vorstellungen von Sexualität fest, betonte Ben-Smith, queere Menschen blieben aber „Kinder Gottes“ und verdienten Mitgefühl statt Strafverfolgung. Präsident John Dramani Mahama hat das Gesetz bislang nicht unterzeichnet, steht aber unter Druck religiöser Führer, dies zu tun. Bereits seit der britischen Kolonialzeit sind gleichgeschlechtliche Beziehungen in Ghana verboten; das neue Gesetz würde diese Einschränkungen erheblich ausweiten. International kritisieren Menschenrechtsorganisationen wie Human Rights Watch den Entwurf und verweisen auf ähnlich verschärfte Gesetze in anderen afrikanischen Ländern, die in den vergangenen Jahren für Proteste gesorgt haben. Bemerkenswert ist die Wortmeldung, weil Kirchenvertreter in Ghana sich bislang selten öffentlich gegen eine Verschärfung der Gesetzeslage gestellt haben.
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