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Gewichtheber-WM 2030 geht nach Moskau – trotz Verfolgung queerer Menschen in Russland

Sport

Der Weltverband IWF vergibt die WM 2030 nach Russland. Es ist laut Schwulissimo die erste WM in einer olympischen Sportart dort seit Beginn des Angriffskriegs auf die Ukraine. Menschenrechtsgruppen verweisen auf die Lage queerer Menschen.

Gewichtheber-WM 2030 geht nach Moskau – trotz Verfolgung queerer Menschen in Russland

Bild: KI-generiert · Illustration

Der Internationale Gewichtheberverband (IWF) hat die Weltmeisterschaften 2030 nach Moskau vergeben. Laut Schwulissimo ist es das erste Mal seit Beginn des Angriffskriegs gegen die Ukraine im Februar 2022, dass ein internationaler Fachverband eine WM in einer olympischen Sportart nach Russland gibt. Das Turnier dient zugleich als Qualifikation für die Olympischen Sommerspiele 2032 in Brisbane.

IWF-Generalsekretär José Quiñones nannte die Bewerbungen „exzellent“. Vergeben wurden auch die WM 2029 in Ahmedabad (Indien) sowie die Jugend-WM 2028 in Pristina und die Junioren-WM 2028 in Caracas. Alexander Winokurow, Präsident des russischen Verbands, dankte dem IWF. Moskau war zuletzt 1983 Gastgeber einer Gewichtheber-WM. Im Juli 2026 hatte das IOC Beschränkungen für russische Athleten gelockert, sodass die Qualifikation für die Spiele 2028 in Los Angeles wieder möglich ist.

Kritik kommt aus der Ukraine: Sportminister Matwij Bidny nannte die Entscheidung „beschämend“ und kündigte Einsprüche beim IWF und beim IOC an. Der Bundesverband Deutscher Gewichtheber sprach gegenüber der Deutschen Welle von einer „hochkomplexen Thematik“, die sorgfältig geprüft werden müsse; eine abschließende Bewertung gab er nicht ab.

Für queere Menschen ist die Vergabe heikel. 2013 führte Russland ein Gesetz gegen „homosexuelle Propaganda“ gegenüber Minderjährigen ein, Ende 2022 wurde das Verbot auf alle Altersgruppen ausgeweitet. Im November 2023 erklärte das Oberste Gericht die „internationale LGBT-Bewegung“ für extremistisch; auf die Leitung einer solchen Organisation stehen bis zu zwölf Jahre Haft, auch die Regenbogenflagge kann strafbar sein.

Nach Angaben von Human Rights Watch verboten Gerichte im Frühjahr 2026 neun Organisationen, die queere Menschen unterstützen. Bis August 2026 zählte die Organisation mindestens 21 Verurteilungen auf Grundlage der Extremismuseinstufung, 16 davon innerhalb eines Jahres. Amnesty International berichtete im April 2026 von einer systematischen Verdrängung queerer Menschen aus dem öffentlichen Leben.

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