Über die Initiative 638 stimmt Washington ab: Sie würde trans Mädchen vom Mädchensport ausschließen und ärztliche Nachweise des Geschlechts verlangen. Medizinerinnen und Pflegekräfte warnen vor Untersuchungen ohne Anlass.
Bild: KI-generiert · Illustration
Im US-Bundesstaat Washington warnen Ärztinnen, Ärzte und Pflegekräfte vor einer Volksinitiative, die den Schulsport für Mädchen neu regeln soll. Die Initiative 638 würde trans Mädchen von Mädchenteams ausschließen. Wer in einem Mädchenteam spielen will, müsste außerdem von einer medizinischen Fachperson das Geschlecht bestätigen lassen, anhand von Fortpflanzungsorganen, Erbgut oder dem natürlich gebildeten Testosteronspiegel. Das berichtet The Advocate.
Die Krankenschwester Kelsey Gellner, Vorstandsmitglied der Washington State Nurses Association, sagte dem Guardian, Mädchen wollten keine unnötige Untersuchung, die eine unsichere Hürde schaffe. Die Spokaner Hausärztin Libby Loft erklärte, die Regelung verbiete ihr, sich auf eine Geburtsurkunde zu verlassen; sie müsste die Fortpflanzungsorgane untersuchen, was bei einer sportmedizinischen Routineuntersuchung unangemessen sei.
In der Seattle Times warnten die Ärztinnen Caitlin Blau, Glenna Martin und Grace Shif sowie der Pfleger Sam Doyle, die Vorgaben würden die Beteiligung von Mädchen senken und ihnen die körperlichen, sozialen und emotionalen Vorteile des Sports nehmen. Mehr als 100 Kinderärztinnen und Pflegekräfte unterstützen laut Bericht die Kampagne „No Hate in WA State“ gegen die Initiative.
Die Befürworter um die Gruppe Let’s Go Washington veröffentlichten eine Umfrage mit 56 Prozent Zustimmung. Der Sender KATU berichtete, die Kampagne habe weder alle Daten noch die Methodik samt Fehlermarge vorgelegt; unabhängig prüfen lässt sich das Ergebnis daher nicht. Republikaner im Bundesstaat werben für die Initiative, darunter der Kongresskandidat John Braun, der das Thema in den letzten Wochen seines Wahlkampfs um einen umkämpften Sitz im Repräsentantenhaus in den Mittelpunkt gestellt hat.
Der Streit findet in einem eher demokratisch geprägten Staat statt, in dem Seattle für viele trans Menschen aus republikanisch regierten Bundesstaaten zur Zuflucht geworden ist.
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