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Berlin: Razzia in trans Gesundheitszentrum Casa Ku löst Kritik aus

Trans & Non-Binär

Die Polizei hat das trans Gesundheitszentrum Casa Ku in Berlin-Kreuzberg durchsucht. Der Verdacht: illegaler Handel mit verschreibungspflichtigen Medikamenten. Verbände sprechen von Kriminalisierung und fordern Versorgung.

Berlin: Razzia in trans Gesundheitszentrum Casa Ku löst Kritik aus

Bild: KI-generiert · Illustration

Am Sonntagabend hat die Berliner Polizei das trans Gesundheitszentrum Casa Ku in Kreuzberg durchsucht. Der Verdacht lautet auf illegalen Handel mit verschreibungspflichtigen Medikamenten. Mehr Angaben zu den Ermittlungen nennt die Berichterstattung von queer.de nicht.

Der Bundesverband Trans* (BVT*) verurteilte den Einsatz in einer Pressemitteilung scharf. Mari Günther, Fachreferentin für Beratungsarbeit und Gesundheitsversorgung, sieht darin ein Zeichen, dass selbstorganisierte Gesundheitsversorgung kriminalisiert werde. Zugleich lasse das reguläre System trans und nicht-binäre Menschen im Stich: Viele könnten eine Hormontherapie nicht beginnen oder fortführen, nicht-binäre Personen seien bei der Kostenübernahme pauschal ausgeschlossen. Besonders Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit oder Aufenthaltstitel seien auf Angebote wie die Casa Ku angewiesen.

Auch der Lesben- und Schwulenverband LSVD+ äußerte sich. Bundesvorstandsmitglied Alva Trübert nannte die Casa Ku einen überlebenswichtigen Ort. „Wir warnen vor Repressionen gegenüber diesen Schutzräumen“, teilte der Verband mit. Er fordert einen flächendeckenden, niedrigschwelligen Zugang zu geschlechtsaffirmativen Gesundheitsleistungen und verbindliche rechtliche Regelungen. Von einem „Systemversagen“ spricht Trübert und sieht die Bundesregierung in der Pflicht, Versorgungslücken zu schließen und Diskriminierung im Gesundheitswesen abzubauen.

Die Casa Ku selbst reagierte empört. Sie sprach von einem gewaltsamen Übergriff, der sich vor allem gegen marginalisierte, verletzliche transfeminine Communities richte. Der Einsatz sei Teil einer größeren Welle der Repression gegen Frauen, queere Menschen, Migrantinnen und andere marginalisierte Gruppen.

Ob es zu Festnahmen oder Anklagen kam, geht aus den bisher vorliegenden Berichten nicht hervor. Die Vorwürfe der Polizei sind bislang unbewiesen.

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