Die Damentennis-Organisation WTA testet künftig alle Spielerinnen auf ein bestimmtes Gen und verwehrt trans Frauen damit grundsätzlich den Start. Die bisherige Testosteron-Regel wird abgelöst.
Die Women's Tennis Association (WTA) führt ab dieser Woche einen verpflichtenden Gentest für alle Spielerinnen ein, die auf der Tour antreten wollen. Geprüft wird das SRY-Gen auf dem Y-Chromosom, das an der Entwicklung männlicher Geschlechtsmerkmale beteiligt ist – die Probe erfolgt per Wangenabstrich, Blut- oder Speicheltest. Wer den Test verweigert, wird von Turnieren ausgeschlossen.
Bislang durften trans Frauen an WTA-Turnieren teilnehmen, wenn sie zwei Jahre lang nachweislich niedrige Testosteronwerte hatten. Diese Regel aus dem Jahr 2024 wird nun durch den Gentest ersetzt, der trans Frauen faktisch generell ausschließt. Ausnahmen gelten nur für bestimmte Varianten der Geschlechtsentwicklung wie das Complete Androgen Insensitivity Syndrome.
Die WTA begründet den Schritt mit körperlichen Vorteilen durch eine männliche Pubertät, etwa bei Muskelmasse und Knochendichte, und folgt damit einer Linie, die zuletzt auch das Internationale Olympische Komitee eingeschlagen hat. Wissenschaftliche Studien zu dieser Frage kommen allerdings zu unterschiedlichen Ergebnissen; ein Teil der Forschung findet keinen generellen Leistungsvorteil von trans Frauen gegenüber cisgeschlechtlichen Athletinnen.
Kritiker*innen werfen dem Verband vor, mit einem pauschalen Ausschluss individuelle medizinische Unterschiede zu ignorieren, statt Einzelfälle zu prüfen. Befürworterinnen wie die frühere Tennisspielerin Martina Navratilova begrüßten die Entscheidung dagegen als Schritt in die richtige Richtung. Die WTA selbst betont, dass aktuell keine bekannte trans Spielerin auf der Tour aktiv ist – die neue Regel betrifft also vorerst vor allem künftige Karrieren.
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