Die russisch-australische Tennisspielerin Darja Kassatkina und die russisch-estnische Ex-Eiskunstläuferin Natalja Sabijako haben geheiratet. Die Zeremonie fand am vergangenen Mittwoch in Athen statt, im kleinen Kreis von rund 40 Gästen direkt am Wasser. Unter den Anwesenden waren mit Mirra Andrejewa, Anastasia Pawljutschenkowa und Kamilla Rachimowa auch mehrere Tennisprofis.
Die Wahl des Ortes war kein Zufall: Griechenland erkennt gleichgeschlechtliche Ehen seit Anfang 2024 rechtlich an. Für das Paar ist das mehr als eine Formalität. Beide sind vor der russischen Staatshomophobie ins Exil gegangen und haben sich öffentlich gegen den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine positioniert – ihre Hochzeit ist damit auch ein politisches Statement.
Kassatkina hatte sich 2022 öffentlich zu ihrer Homosexualität bekannt und startet seit März 2025 unter australischer Flagge, nachdem sie im Januar 2026 die australische Staatsbürgerschaft erhalten hatte. In der Weltrangliste liegt sie derzeit auf Position 62, nach ihrem Karrierehoch von Platz acht im Jahr 2022. Sabijako, die ihre größten sportlichen Erfolge Ende der 2010er Jahre feierte, holte 2018 in Pyeongchang Silber im Team-Wettbewerb und Bronze bei der Paarlauf-Weltmeisterschaft.
Heute leben beide gemeinsam in Melbourne. Für viele in der queeren Sportwelt ist ihre Hochzeit ein seltenes Bild von Sichtbarkeit – zwei Frauen, die aus einem Land geflohen sind, das gleichgeschlechtliche Liebe kriminalisiert, und die ihr Glück nun öffentlich feiern.
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