Die Saddle Lake Cree Nation in Alberta will trans Jugendlichen Pubertätsblocker und Hormontherapien anbieten, die ihnen die Provinz seit 2024 verwehrt – gestützt auf ein Vertragsrecht von 1876.
Bild: KI-generiert · Illustration
Die Saddle Lake Cree Nation im kanadischen Alberta will trans und geschlechtsnichtkonformen Jugendlichen medizinische Versorgung anbieten, die ihnen die Provinz seit Ende 2024 verwehrt. Premierministerin Danielle Smith hatte damals mit ihrer United Conservative Party ein Gesetz durchgesetzt, das Ärztinnen und Ärzten verbietet, unter 16-Jährigen Pubertätsblocker oder Hormontherapien zu verschreiben – mit der Begründung, die Fruchtbarkeit der Jugendlichen schützen zu wollen. Studien widersprechen dieser Begründung und zeigen zudem, dass geschlechtsangleichende Versorgung das Suizidrisiko senkt.
Das gut 160 Kilometer nordöstlich von Edmonton gelegene Reservat kündigte sein Vorhaben am 9. September an, während der Feierlichkeiten zum 150-jährigen Bestehen des Vertrags Nr. 6. Es beruft sich auf dessen „medicine chest clause“ von 1876, die den Ureinwohnern umfassende Gesundheitsversorgung zusichert. Häuptling Dale Steinhauer erklärte, die Behandlung stehe allen Kindern offen, die auf dem Gebiet der Nation Schutz suchen – „auch trans und Two-Spirit Kinder und ihre Familien“, auch aus den umliegenden Provinzen.
Premierministerin Smith reagierte mit spürbarer Skepsis: Sie sei gespannt, ob die Nation überhaupt einen Arzt dafür finde. Der Mediziner James Makokis, selbst Two-Spirit und Mitglied der Nation, will die Versorgung mit übernehmen und riskiert damit nach eigenen Worten seine ärztliche Zulassung. Organisationen wie Amnesty International, die Skipping Stone Foundation und Egale Canada kämpfen bereits juristisch gegen Albertas Verbot.
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