Das Pentagon durchsucht laut Medienberichten vertrauliche Krankenakten, um trans Soldat*innen zu identifizieren und aus dem Dienst zu entfernen — auch rückwirkend bei längst abgeschlossenen Transitionen. Eine betroffene Feldwebelin fordert Verteidigungsminister Hegseth öffentlich heraus.
Bild: KI-generiert · Illustration
Das US-Verteidigungsministerium durchsucht nach übereinstimmenden Medienberichten die vertraulichen Krankenakten von Soldat*innen, um trans Militärangehörige zu identifizieren. Wie die Organisation SPARTA Pride und das Fachportal Federal News Network berichten, wertet das Büro des Verteidigungsministers dafür Diagnosen und Verschreibungen aus den Gesundheitsdatenbanken der Streitkräfte aus.
Betroffen sind demnach mehrere hundert aktive und Reserve-Soldat*innen. Eine interne E-Mail des Air-Force-Kommandos beschreibt das Vorgehen: Gesucht werde nach Personen mit aktueller oder früherer Diagnose einer Geschlechtsdysphorie oder entsprechenden Symptomen. Betroffen sind auch Soldat*innen, die ihre Transition bereits vor Jahren unter früheren Regelungen abgeschlossen haben und nun rückwirkend als nicht konform mit der aktuellen Politik gelten.
Die Anwältin Priya Rashid berichtet, die Suche erfasse teils auch Personen fälschlich, etwa wenn sie aus anderen medizinischen Gründen ähnliche Behandlungen erhalten hätten. Das Verteidigungsministerium äußerte sich unter Verweis auf laufende Gerichtsverfahren nicht zu den Vorwürfen.
Die Armee-Feldwebelin Amiah Sale, die nach fast 20 Dienstjahren von der Entlassung bedroht ist, wandte sich öffentlich an Verteidigungsminister Pete Hegseth. Sie forderte ihn auf, seine abwertenden Äußerungen über trans Soldat*innen ihr direkt ins Gesicht zu sagen. Sale ist Klägerin in dem Verfahren Talbott v. United States, das sich gegen die Verfassungsmäßigkeit des Ausschlusses trans Personen aus dem Militär richtet. Ein Bundesrichter hatte die zugrundeliegende Politik bereits zuvor als von Feindseligkeit geprägt bewertet, ein Berufungsgericht sah Hinweise darauf, dass sie gezielt eine politisch unbeliebte Gruppe treffe.
Kritiker*innen warnen, das Vorgehen unterlaufe die ärztliche Schweigepflicht und mache die medizinische Versorgung der Truppe zu einem Instrument der Entlassung. Einige Soldat*innen, die einer freiwilligen Trennung vom Dienst zustimmten, warten laut Berichten noch immer auf zugesagte Abfindungszahlungen.
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