Die Kfz-Zulassungsbehörde von Ohio verlangt für die Änderung des Geschlechtseintrags künftig eine bereits angepasste Geburtsurkunde oder einen entsprechenden Reisepass statt eines einfachen Formulars. Equality Ohio und Trans Ohio kritisieren die unangekündigte Regeländerung scharf.
Im US-Bundesstaat Ohio können trans* Menschen ihren Geschlechtseintrag auf dem Führerschein nicht mehr wie bisher per einfachem Formular ändern lassen. Die zuständige Kfz-Zulassungsbehörde Bureau of Motor Vehicles (BMV) verlangt nun stattdessen eine bereits aktualisierte Geburtsurkunde oder einen entsprechend geänderten Reisepass. Die Umstellung erfolgte unangekündigt, ohne Übergangsfrist und ohne öffentliche Mitteilung.
Mit einer neuen Haushaltsgesetzgebung des Bundesstaats begründet die Behörde den Schritt. Ohios überarbeitetes Gesetzbuch hält inzwischen fest, es sei „die Policy des Staates, zwei Geschlechter anzuerkennen, männlich und weiblich“, die „nicht veränderbar“ seien. Ergänzend gilt bereits eine Regelung, die trans* Schüler:innen die Nutzung der ihrer Geschlechtsidentität entsprechenden Schultoiletten verbietet.
Die Organisation Equality Ohio kritisiert die neue Praxis scharf. Geschäftsführer Dwayne Steward bezeichnete sie als bewussten Versuch, das Leben trans* Menschen im Bundesstaat schwerer zu machen, ohne dass dafür Transparenz geschaffen worden sei. Die Gruppe Trans Ohio warnt zudem vor konkreten Sicherheitsrisiken: Widersprüchliche Angaben zwischen verschiedenen Ausweisdokumenten könnten bei Kontrollen zu unfreiwilligem Outing führen und den Zugang zu medizinischer Versorgung sowie Versicherungsleistungen erschweren.
Für viele trans* Personen in Ohio bedeutet die neue Hürde: Eine Anpassung der Geburtsurkunde – ein oft langwieriger und in manchen Fällen gerichtlich zu erwirkender Prozess – ist nun Voraussetzung für einen korrekten Ausweis, statt wie zuvor eine gleichwertige Option zu sein.
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