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Kansas lässt Anklage gegen trans Frau wegen ungültigem Führerschein fallen

Kansas lässt Anklage gegen trans Frau wegen ungültigem Führerschein fallen
Weil ihr Führerschein durch ein neues Kansas-Gesetz wieder das Geschlecht „männlich“ auswies, geriet die trans Frau Kris Ripper bei einer Verkehrskontrolle unter Verdacht, gefälschte Papiere zu benutzen. Die Anklage wurde erst nach internationaler Berichterstattung fallen gelassen.

Der US-Bundesstaat Kansas hat die Anklage gegen die trans Frau Kris Ripper fallen gelassen, der wegen Fahrens ohne gültigen Führerschein bis zu sechs Monate Haft und 1.000 Dollar Bußgeld gedroht hatten. Grund für die Anklage war ausgerechnet ein Gesetz, das Ripper eigentlich befolgt hatte.

Kansas verlangt seit diesem Jahr, dass Führerscheine das bei der Geburt eingetragene Geschlecht ausweisen. Ripper hatte ihren Führerschein deshalb am 25. März entsprechend ändern lassen – aus einem Dokument, das zuvor „weiblich“ auswies, wurde eines mit der Kennzeichnung „männlich“. Am 5. Mai wurde sie auf dem Heimweg von der Arbeit von der Polizei angehalten, weil sich bei Regen automatisch das Scheinwerferlicht ausgeschaltet hatte. Der kontrollierende Beamte bezweifelte daraufhin, dass ihr Führerschein echt sei, weil er nicht zu ihrem äußeren Erscheinungsbild passte.

„Er hat ungefähr zehn Minuten lang infrage gestellt, ob mein Führerschein echt ist, bevor ich ihm erklärt habe, dass ich eine trans Frau bin. Gesetzlich muss dort ein ‚M‘ stehen“, schilderte Ripper den Vorfall. Der Beamte gab ihr den Führerschein zurück und ließ sie mit einer mündlichen Verwarnung weiterfahren, ohne ein Bußgeld auszustellen.

Wochen später erhielt Ripper dennoch eine Vorladung wegen Fahrens ohne gültige Fahrerlaubnis. Bei Nichterscheinen binnen 30 Tagen hätte zusätzlich der Entzug ihres Führerscheins gedroht. „Ich habe ziemlich Angst und bin völlig durch den Wind“, sagte Ripper nach Erhalt der Vorladung. Erst nachdem der Fall international mediale Aufmerksamkeit erregt hatte, ließen die zuständigen Staatsanwälte die Anklage fallen.

Kansas' Generalstaatsanwalt Kris Kobach verteidigt das Gesetz vor Gericht mit dem Argument, Führerscheine müssten „objektive, korrekte“ Angaben zum Geschlecht enthalten. David Brown, ein Anwalt, der eine trans Mandantin in einer Klage gegen den Staat vertritt, hatte genau solche Probleme schon vorher vorausgesagt: Wer als trans Person einen Führerschein vorzeigen müsse, der nicht zum eigenen Auftreten passt, gerate zwangsläufig in solche Situationen.

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