Einstimmig hat North Dakotas höchstes Gericht ein Gesetz bestätigt, das Minderjährigen Pubertätsblocker und geschlechtsangleichende Operationen verwehrt. Betroffene Ärzt:innen und Familien sprechen von einer verheerenden Entscheidung.
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Das Oberste Gericht von North Dakota hat am 17. September einstimmig ein Gesetz bestätigt, das Minderjährigen den Zugang zu geschlechtsangleichenden Behandlungen verwehrt. Das 2023 verabschiedete Gesetz House Bill 1254 untersagt unter 18-Jährigen sowohl Pubertätsblocker als auch operative Eingriffe zur Geschlechtsangleichung – Operationen, die schon vor Inkrafttreten des Gesetzes bei Minderjährigen nur selten vorgenommen wurden.
Die Richterinnen und Richter begründeten ihre Entscheidung damit, Minderjährige hätten kein Grundrecht auf eine bestimmte medizinische Behandlung; das Gesetz diskriminiere zudem weder nach Geschlecht noch nach Geschlechtsidentität. Ein Bezirksgericht hatte das Gesetz bereits im Oktober 2025 bestätigt, betroffene Familien und der Kinderendokrinologe Luis Casas legten daraufhin im Februar 2026 Berufung ein.
Casas kritisierte das Urteil scharf: Der Staat stehe weiterhin zwischen ihm und seinen Patientinnen und Patienten, Familien, mit denen er seit Jahren arbeite, würden vor eine unmögliche Wahl gestellt. Jess Braverman von der Organisation Gender Justice nannte das Urteil „verheerend für trans Jugendliche und ihre Familien in North Dakota". Tanya Pellegrini vom Lawyering Project warnte, wenn ein Staat Ärztinnen und Ärzte für evidenzbasierte Behandlungen strafrechtlich belangen könne, nehme er Familien das Recht, eigene Entscheidungen zu treffen.
North Dakota reiht sich damit in eine wachsende Zahl von US-Bundesstaaten ein, deren Verbote geschlechtsangleichender Behandlungen für Minderjährige von den jeweils höchsten Landesgerichten bestätigt wurden.
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