Das Connecticut Children's Medical Center beendet seine geschlechtsangleichende Versorgung für trans Jugendliche, nachdem das US-Justizministerium eine Vereinbarung durchgesetzt hat. Kritiker*innen sprechen von politischem Druck ohne rechtliche Grundlage.
Bild: KI-generiert (Higgsfield) · Illustration
Das US-Justizministerium hat mit dem Connecticut Children's Medical Center (CCMC) eine Vereinbarung erzwungen, die das Ende der geschlechtsangleichenden Versorgung für trans Jugendliche besiegelt. Betroffen sind unter anderem Pubertätsblocker und Hormontherapien. Die Klinik zahlt zudem eine Strafe sowie 500.000 Dollar für Behandlungen von Menschen, die nach eigener Angabe unter den Folgen dieser Versorgung leiden – eine Formulierung, der medizinische Fachgesellschaften widersprechen: Studien zeigen, dass 97 Prozent der trans Jugendlichen ihre Transition nicht bereuen und nur rund ein Prozent sie rückgängig macht.
Der stellvertretende US-Justizminister Stanley Woodward begründete das Vorgehen damit, man werde "nicht davor zurückschrecken, Amerikas Kinder zu schützen". Die Klinik selbst erklärte, man habe eine Lösung gefunden, die den Fokus auf die eigene Mission richte, ohne geschützte Patientendaten an die Bundesregierung weiterzugeben.
Kritik kommt von der Rechtsorganisation GLAD Law, die CCMC bereits im Namen betroffener Familien verklagt. Anwältin Hannah Hussey wirft der Klinik vor, Familien "erneut verraten" zu haben: Schon im Juli 2025 habe CCMC Eltern ohne Vorwarnung mitgeteilt, dass vertraute Ärzt*innen die Versorgung einstellen. Es gebe kein Bundesgesetz, das medizinische Versorgung für trans Jugendliche nach anerkannten Behandlungsstandards verbiete – das Justizministerium setze stattdessen auf beispiellosen politischen Druck.
CCMC ist eine von mittlerweile mehr als 20 Kliniken in den USA, die ihre Angebote für trans Jugendliche unter dem Druck des Justizministeriums zurückgefahren oder eingestellt haben – ein Muster, das sich seit Monaten durch das Land zieht.
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